RELIGIONEN IN HANNOVER
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Ukrainisch-Orthodoxe Kirchengemeinde St. Wolodymyr

WALENTINA und ZENON TERESZKUN
 
Geschichte der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche
Ukrainisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland
Ukrainisch-Orthodoxe Kirche in Hannover
Ukrainisches Ökumenisches Zentrum 
St. Wolodymyr
Kontaktadressen
Literatur - Zeitschriften
     Kirchenzentrum St. Wolodymyr
(Fotos: Zenon Tereszkun
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GESCHICHTE DER UKRANISCH-ORTHODOXEN KIRCHE

Die Anfänge

Die Ukraine, oder mit den Worten der geschichtlichen Terminologie ,,die alte Rusj" oder ,,Kiewer Rusj", hat im Jahre 988 durch den Kiewer Großfürsten Wolodymyr (den Heiligen) das Christentum aus Byzanz angenommen. Kiewer Rusj setzte sich aus vielen Stämmen zusammen, wobei Hauptstadt und Sitz des wichtigsten Fürsten die Stadt Kiew am Dnjepr war. In dieser Zeit kann man weder von einer Ukraine noch von Rußland oder Bjelorusj im heutigen Sinne dieser nationalen und staatlichen Bezeichnungen sprechen. Die Christianisierung von 988 gehört also mehreren Völkern, vor allem den Ukrainern, Russen und Bjelorussen und ist noch vor der Trennung der römischen und byzantinischen Kirche im Jahre 1054 geschehen. Das Christentum der Kiewer Rusj war östlichen Typs. Die neue Kirche unterstand dem Patriarchen von Konstantinopel und übernahm die slavische Kirchen- und Liturgiesprache. Sie knüpfte zwar an die byzantinische Tradition an, besaß jedoch von Anbeginn ihres Bestehens bereits besondere eigenständige Züge. Es wurden Verbindungen zur deutschen Kirche hergestellt, worüber die deutschen Chronisten wie Tiethmar von Mersenburg (976 - 1018), Lambert von Hersfeld u.a. berichten. Als weitere wichtige historische Beziehungen zum Westen, insbesondere zu Rom, kann man folgende Ereignisse erwähnen:

- 1418 nahm der Metropolit von Kiew und der ganzen Rusj, Gregor Zamblak, am Konzil von Konstanz teil, um wegen der Union mit Rom zu verhandeln.

- Auf dem Konzil von Ferrara-Florenz (1437 - 1439) nahm der Metropolit von Kiew und der ganzen Rusj, Isidor, als Anhänger des Ökumenischen Patriarchen Joseph die Union an und verließ Florenz als Legat des Papstes Eugen IV. für Ruthenien (Ukraine), Litauen, Livland und Polen.

- Die Mehrzahl der orthodoxen Bischöfe von Kiewer Metropolie unterstellte sich 1596 dem Papst auf der Grundlage der Ergebnisse des Konzils von Ferrara-Florenz. Rom gestattete ihnen die Beibehaltung des byzantinischen Ritus. 

Zwei Konfessionen entstehen

So wurde die orthodoxe Kiewer Metropolie in zwei Glaubensgemeinschaften geteilt: Aus der Union mit Rom ist die ,,Ukrainische Griechisch-katholische (Unierte) Kirche" entstanden. Nach der Erneuerung der orthodoxen Hierarchie (1620) und der Wahl des Abtes Petro Mohyla zum Metropoliten von Kiew ist die orthodoxe Kiewer Metropolie zu neuem Leben erweckt worden. Aber schon 1686 hat Moskau beim Patriarchen von konstantinopel die Unterordnung der ,,Ukrainischen Orthodoxen kirche", also der Kiewer Metropolie, unter die Jurisdiktion des Moskauer Patriarchen erreicht. Es war ein unkanonischer Akt gewesen, was später auch vom Ökumenischen Patriarchen bestätigt wurde. Nach der Entstehung des ukrainischen unabhängigen Staates im Jahre 1919 wurde die Autokephalie der Ukrainischen Orthodoxen kirche proklamiert. 

Verfolgte Kirche

In den 1930er Jahren wurde diese kirche durch das kommunistische Regime total vernichtet. Über 30 Bischöfe wurden verhaftet und umgebracht. Erst 1941 - 1942 wurde während der deutschen Okkupation der Ukraine die Ukrainische Orthodoxe kirche wiederhergestellt, aber schon Mitte 1944, kurz vor der Rückeroberung der Ukraine durch die sowjetischen Truppen, mußte die gesamte Hierarchie die Ukraine verlassen und ins Ausland gehen. Die Ukrainische Orthodoxe Kirche hatte in der Ukraine wieder aufgehört zu existieren. Sie konnte nur im Exil in Westeuropa, USA, Kanada, Südamerika und Australien weiterbestehen. 

Wiederbegründung der Kirche in der Ukraine

Nach dem Zerfall der UdSSR und der Wiederherstellung des selbständigen  urkrainischen  Staates wurde auch die Ukrainische Orthodoxe Kirche neu organisiert. Aufgrund der politischen Verhältnisse gibt es z.Zt. leider drei verschiedene Abzweigungen der Orthodoxen  Kirche  in  der Ukraine:

1. Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, Kiewer Patriarchat
2. Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche
3. Ukrainisch-Orthodoxe Kirche, Moskauer Patriarchat.

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UKRAINISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN DEUTSCHLAND

Die Gemeinden der Ukrainischen Orthodoxen Kirche in der Bundesrepublik Deutschland sind dem Metropoliten für Westeuropa Dr. h.c. Anatolij Dublansyj unterstellt. Die gesamte Ukrainische Orthodoxe Kirche im Ausland wird vom Metropoliten für USA und Diaspora S. E. Constantine mit Sitz in Pittsburg, USA, geleitet. 1995 wurde diese Glaubensgemeinschaft unter die Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel aufgenommen und dadurch als kanonisch anerkannt, was bisher strittig war. 
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UKRAINISCH-ORTHODOXE GEMEINDE IN HANNOVER

Barackenlager

Nach dem 2. Weltkrieg hatte die Ukrainisch-Orthodoxe Kirchengemeinde im Kasernen-Lager in der Möckernstraße eine nach dem byzantinischen Ritus eingerichtete provisorische Kirche gehabt. Dort wurden Gottesdienste zelebriert, Taufen und Trauungen vorgenommen Aber schon Ende der 40er Jahre begann die Massenemigration nach Übersee und die zurückgebliebenen Ukrainer mußten in das Baracken-Lager in Hannover-Buchholz, Misburger Mühlenweg (jetzt Milanstraße) umziehen. Zahlenmäßig verkleinert, haben sie dort eine neue provisorische Kapelle eingerichtet, was schon viel schwieriger war, weil die Ukrainer jetzt die Wohnbaracken mit anderen Nationalitäten teilen mußten. 

Auflösung der Lager

Im Laute der Jahre wurde das Lager nach und nach aufgelöst und die Baracken abgebrochen. Deshalb mußte die Ukrainisch-Orthodoxe Kirchengemeinde ihre Kapelle dreimal, jedesmal in einer anderen Baracke neu einrichten. 1980 wurde das Lager auf-gelöst, die Baracken abgebrochen, deshalb blieb die Gemeinde ohne eigene Kapelle, was sich sehr negativ auf den Zusammenhalt der Gemeinde auswirkte.

Zu Gast

Bis April 1984 durfte die Gemeinde ihre Gottesdienste in der Kirche im Klarissen-Kloster in der Milanstraße feiern. Gelegentlich war die Gemeinde auch zu Gast bei der katholischen St. Martin-Gemeinde oder bei der evangelisch-lutherischen Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde im Stadtteil Roderbruch.
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UKRAINISCHES ÖKUMENISCHES ZENTRUM ST. WOLODYMYR

Nach dem Bau des Ukrainischen Ökumenischen Zentrums St. Wolodymyr 1984 in Hannover-Misburg hat die Ukrainisch-Orthodoxe Gemeinde dort ein ständiges Gastrecht erhalten.

Die Gemeinde

Die Gemeinde feiert abwechselnd mit der Griechisch-Katholischen Gemeinde ihre Gottesdienste. Zur Zeit zählt die Gemeinde ca. 150 Mitglieder, überwiegend sind es Menschen im vorgeschrittenen Alter. Die Gottesdienste werden in ukrainischer Sprache zelebriert. Man betet für den Ökumenischen Patriarchen, den amtierenden Metropoliten und den amtierenden Diözesanbischof. Die kirchlichen Feiertage werden nach dem ,,alten", d.h. Julianischen Kalender gefeiert. Die Schwerpunkte sind, wie bei den Griechisch-Katholischen Ukrainern, Weihnachten und Ostern. 

Diese, wie auch andere Feiertage, werden gemeinsam mit den unierten  Gläubigen  gefeiert, denn beide Konfessionen haben denselben Ursprung und die damit verbundene nationale und religiöse Tradition. So wird auch die ökumenische Zusammenarbeit zwischen beiden Konfessionen bekräftigt. Die Kontakte zu den interreligiösen Gemeinschaften werden, wie bei den griechisch-katholischen  (unierten) Gläubigen, durch den Pfarrer und andere Gemeindemitglieder aufrechterhalten.

Seelsorger

Der Pfarrer der Ukrainisch-Orthodoxen Gemeinde St. Wolodymyr in Hannover ist Erzpriester Alexander Kowalskij. Er ist auch für die Gemeinden in Braunschweig, Bielefeld-Senne und Hamburg zuständig.  Die Gottesdienste werden in Hannover jeden ersten und vierten Sonntag im Monat zelebriert.
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KONTAKTADRESSEN

Ukrainisch-Ökumenisches Zentrum St. Wolodymyr
Hannoversche Straße 122
30627 Hannover (Misburg)

Pfarrer Erzpriester
Alexander Kowalskij
Körnerstraße 53
31141 Hildesheim
Tel.: ( 05121) 83 200

Vorsteher der ukrainischen orthodoxen Gemeinden in Deutschland:

Erzpriester Anfir Ostaptschuk
Höffenstr. 34
51469 Bergisch-Gladbach

Für Westeuropa:

Bischof Ivan Derevianka
2, Azalealaan B 2 - 10
Genk
Belgien
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LITERATUR - ZEITSCHRIFTEN

RIDNA  CERKWA  - 
ZEITSCHRIFT DER UKRAINISCHEN ORTHODOXEN KIRCHE, 
Neu-Ulm

NASCHA WIRA - 
ZEITSCHRIFT DER ORTHODOXEN KIRCHE IN DER UKRAINE,
Kiew
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letzte Aktualisierung: 19. Juli 1999

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E-mail: ewirth@religionen-in-hannover.de
Ansprechpartner: Dipl.-Theol. Ewald Wirth M.A.