.
Ukrainische Griechisch-katholische
Kirchengemeinde St. Wolodymyr
WALENTINA und ZENON TERESZKUN
(Fotos: Zenon Tereszkun
Zur Vergrößerung
und Erläuterung der Fotos im folgenden Text bitte die Fotobutton anklicken.)
GESCHICHTE
Bis 1596 ist die Geschichte
der Ukrainischen Griechisch-Katholischen (Unierten) Kirche mit der Geschichte
der Ukrainischen Orthodoxen Kirche identisch; denn bis dahin, d.h. bis
zum Synod von Brest-Litowsk, war die gesamte Kirche orthodox. Nach der
Union von Brest-Litowsk hat sich die
Mehrzahl der Kiewer Hierarchie
vom Ökumenischen Patriarchen in Konstantinopel getrennt und den Papst
als ihr Oberhaupt anerkannt. Diese Kirche konnte nur auf dem Territorium
der Ukraine unter polnischer Herrschaft und später (nach den Teilungen
Polens, 1772) nur noch in Galizien (Westukraine), das 1772
an Österreich fiel, normal existieren. Auf dem Territorium der ostukrainischen
Gebiete, die an Rußland fielen, wurde die Griechisch-Katholische
Kirche allmählich liquidiert. Nach der Besetzung der Ukraine 1944
durch die Sowjets, wurde die Griechisch-Katholische Kirche auch in Galizien
liquidiert und der Russischen Orthodoxen Kirche einverleibt. Alle 11 Bischöfe
über tausend Priester, Mönche und Nonnen, sowie Hunderttausende
von Laien wurden verhaftet. Alle Bischöfe sind im Kerker gestorben.
Nur der Metropolit Erzbischof (später Kardinal) Joseph Slipyj wurde
1963 freigelassen und nach Rom ausgewiesen. Die restliche Geistlichkeit
und Laien, die nicht zur russischen Orthodoxie übertreten wollten,
gingen in den Untergrund, wo sie unter schweren Bedingungen
ihre seelsorgerische Tätigkeit fortführten. Nur im westlichen
Ausland konnte diese Glaubensgemeinschaft frei existieren, insbesondere
in USA, Kanada, Westeuropa, Südamerika und Australien. Erst 1989 ist
die Ukrainische Griechisch-Katholische Kirche in der Ukraine aus dem Untergrund
herausgetreten, bis zum heutigen Tag wurde sie zwar legalisiert, aber noch
nicht rehabilitiert. Das Oberhaupt der Kirche, Großerzbischof
Myroslaw Iwan Kardinal Lubatschiwskyj kehrte 1990 auf seinen Metropolitensitz
in Lwiw (Lemberg) aus Rom zurück. In der Bundesrepublik Deutschland
wurde 1958 die Apostolische Exarchie für griechisch-katholische Ukrainer
byzantinischen Ritus eingerichtet. Zum Bischof wurde Dr. Platon Kornyljak
nominiert, der bis 1996 in München residiert und sich seit 1997 im
Ruhestand befindet.
Für die griechisch-katholischen
Ukrainer in Deutschland wurde ein Generalvikariat eingerichtet. Zum Generalvikar
wurde der Münchener Pfarrer Myron Molczko nominiert. Das Generalvikariat
ist dem Apostolischen Exarchen für griechisch-katholische Ukrainer
in Frankreich, der Schweiz und den Benelux-Staaten, Bischof
Mychaylo Hrynczysczyn, unterstellt. Die Apostolische Exarchie gibt eine
Wochenzeitschrift „Christliche Stimme“
in ukrainischer Sprache
heraus.
zurück
UKRAINISCHE
CHRISTEN IN HANNOVER
Als der 2. Weltkrieg zu Ende
im Mai 1945 ging, befanden sich ca. 2 Millionen Ukrainer auf dem Territorium
des III. Reiches. Der größte Teil von ihnen war während
des Krieges zur Arbeit nach Deutschland zwangsverpflichtet worden. Andere
waren Häftlinge der KZ-Lager, viele auch Flüchtlinge vor den
einrückenden sowjetischen Truppen. Viele der zur Zwangsarbeit Verpflichteten
kehrten aufgrund des Jalta-Abkommens in die Heimat zurück. Etwa 300.000
Ukrainer
blieben in den von Westalliierten besetzten Gebieten Deutschlands
und Österreichs. Sie lehnten es ab, in die Heimat zurückzukehren,
wo elementare Menschenrechte, darunter die Religionsfreiheit, mißachtet
wurden.
In Hannover befanden sich
zu der Zeit ca. 5000 Ukrainer, die meisten von ihnen in der heutigen Grenzschutz-Kaserne
in der Möckernstraße. Sie organisierten gleich ein reges kulturelles
Leben, gründeten Schulen, Sportvereine, Theater, Chöre und nicht
zuletzt die Kirchengemeinden: die Ukrainische Griechisch-katholische und
die Ukrainische Orthodoxe Kirchengemeinde.
zurück
UKRAINISCHE
GRIECHISCH-KATHOLISCHE (UNIERTE) KIRCHENGEMEINDE
ST.
WOLODYMYR IN HANNOVER
Die im Lager (jetzige Grenzschutz-Kaserne,
Möckernstraße) von 1945-1955 lebenden griechisch-katholischen
Ukrainer feierten ihre Gottesdienste in der St. Joseph-Kirche in der Isernhagener
Straße. In den 1950er Jahren wurde der größte Teil von
ihnen in andere Lager (Kaserne in Bothfeld) verlegt oder im Barackenlager
in Hannover-Buchholz (Misburger Mühlenweg, jetzt Milanstraße)
mit Flüchtlingen anderer Nationalitäten zusammengelegt. Dort
war eine provisorische Kapelle eingerichtet, wo alle katholische Gläubigen
ihre Gottesdienste feierten, insbesondere Polen, Ukrainer und auch Deutsche.
1958 wurde das Lager Buchholz
teilweise aufgelöst, für die römisch-katholischen Gläubigen
wurde die neue Maria-Frieden-Kirche gebaut. Die griechisch-katholischen
Ukrainer haben bis April 1984 in der Kirche des Klarissenklosters in der
Milanstraße ihre Gottesdienste gefeiert. Sie waren auch gelegentlich
Gäste bei der St. Martin-Gemeinde der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde
im Stadtteil Roderbruch.
zurück
KIRCHENZENTRUM
ST. WOLODYMYR
1984 wurde mit Hilfe der
Diözese Hildesheim das Kirchenzentrum St. Wolodymyr in Hannover-Misburg
an der Hannoverschen Straße 122 erbaut. Dort befinden sich
eine nach byzantinischem Ritus eingerichtete Kirche und Gemeinschaftsräume. Das
Zentrum wurde kurz vor der Feier des Millenniums der Einführung des
Christentums in der Ukraine (988-1988) fertiggestellt und dem Hl. Wolodymyr
geweiht. Da auch die Ukrainische Orthodoxe Gemeinde dort ihre Gottesdienste
feiert, kann sich das Zentrum als ökumenisch bezeichnen. Seine Weihe
durch die Bischöfe der Deutschen Katholischen Kirche (Bischof Joseph
Homeyer und Weihbischof Heinrich Pachowiak), der Ukrainischen Griechisch-katholischen
Kirche (Bischof Platon Kornyljak) und
der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (Bischof Anatolij Dublanskyj) bezeichnete
Grundlage und Ziel des Gebetes und der ökumenischen Arbeit des Zentrums:
Dienst an der Einheit der Kirchen und dem Frieden zwischen den Völkern.
Die Gottesdienste werden in ukrainischer Sprache zelebriert. Man betet
für den Papst, den Metropoliten und den amtierenden ukrainischen und
den deutschen Diözesanbischof.
zurück
FEIERTAGE
Die kirchlichen Feiertage
werden, wie bei den orthodoxen Gläubigen, nach dem „alten“, d.h. Julianischen
Kalender gefeiert. Schwerpunkte des religiösen Lebens der Gemeinde
sind die Feiertage Weihnachten und Ostern, sowie das Patronatsfest am letzten
Sonntag im Juli. Es werden auch andere religiöse und nationale (historische)
Feier- und Gedenktage gefeiert und Konzerte mit Künstlergruppen aus
der Ukraine veranstaltet. Die Gemeinde wird oft von Gästen aus der
Ukraine besucht. Auch der Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik
Deutschland Dr. Jurij Kostenko hat schon zweimal die Gemeinde besucht.
Im
September 1996 hat die Gemeinde das 400-jährige Jubiläum der
Kirchenunion von Brest Litowsk (1596) begangen. Zu dieser Feier war Bischof
Lubomyr Husar und ein Kirchenchor aus der Ukraine angereist.
zurück
INTERRELIGIÖSER
DIALOG
Der interreligiöse Dialog
wird gepflegt durch Kontakte zu entsprechenden Arbeitsgemeinschaften, der
Arbeitsgemeinschaft St. Basilius der Große für Ostkirchliche
Kontakte im Bistum Hildesheim, und der im Stadtgebiet Roderbruch ansässigen
"Weltoffene Initiative im Roderbruch - Menschen auf dem Weg der Verständigung
(W.I.R.)". Zu diesen Arbeitskreisen gehören Menschen unterschiedlicher
Nationalitäten und Religionen. Durch monatliche Sitzungen und Kulturabende
wollen wir einander kennenlernen und so im Verständnis füreinander
dem Frieden dienen. Einem Frieden, der allen Völkern und ethnischen
Volksgruppen, sowie den Religionen und Konfessionen das Recht gibt, die
Möglichkeit und Freiheit gibt, sich zu entfalten und über ihr
Schicksal selbst zu entscheiden.
zurück
DIE
GEMEINDE
Die Griechisch-Katholische
Gemeinde St. Wolodymyr in Hannover zählt z.Zt. ca. 300 Gläubige.
Die meisten von ihnen sind schon im vorgeschrittenen Alter. Von 1965 bis
1996 betreute Pfarrer Nikolaus (Mykola) Iwanciw die Gemeinde. Nach
seinem Tode im Januar 1997 wurde Pfarrer Wasyl Dowhanjuk sein Nachfolger.
Er ist auch für die Gemeinden in Hildesheim (eigen Kapelle) und Braunschweig
zuständig.
Die Gottesdienste werden
nach dem byzantinischen Ritus in urkrainischer Sprache zelebriert. Gelegentlich,
nach besonderer Bekanntgabe, zelebriert Pfarrer Kunibert Schroeter (Berlin)
auch am zweiten Sonntag des Monats Gottesdienste in deutscher Sprache mit
dem Chor Schola Cantorum St. Godehard (Hannover).
zurück
KONTAKTADRESSEN
Apostolische Exarchie für
katholische Ukrainer byzantinischen Ritus
Generalvikar Myron Molczko
Schönbergstr. 9
81679 München
Tel.: ( 089) 99 72 83 80
Pfarrer Wasly Dowhanjuk
Nußriede 21
30627 Hannover
Tel. ( 0511) 955 99 74
Ukrainisch-Ökumenisches
Zentrum St. Wolodymyr
Hannoversche Str. 122
30627 Hannover (Misburg)
Verwalter des Zentrums:
Zenon Tereszkun
Nobelring 5
30627 Hannover
Tel. ( 0511) 573798
zurück
GOTTESDIENSTORDNUNG
IM ÖKUMENISCHEN ZENTRUM
1. Sonntag des Monats
- 9.30 Uhr (griechisch-katholisch)
2. Samstag
- 17.30 Uhr (griechisch-katholisch)
2. Sonntag
- 11.15 Uhr (griechisch-katholisch) in ukrainischer Sprache;
oder nach Bekanntgabe:
- 10.00 Uhr in deutscher Sprache
3. Sonntag
- 10.00 Uhr (griechisch-katholisch)
4. Sonntag
- 11.15 Uhr (griechisch-katholisch)
5. Sonntag
- 10.00 Uhr (griechisch-katholisch)
Wegen Erkrankung des Erzpriesters
Alexander Kowalskij finden z.Zt. keine orthodoxen
Gottesdienste statt.
zurück
LINK: Ukraine
resources - ukraine related news, books and regional resources.
. |