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Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
GESCHICHTE
UND GLAUBE
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
wurde 1889 von Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian, Indien, gegründet. Nach
dem Glauben der Ahmadiyya-Muslime war es der von Mohammed prophezeite Messias,
d.h. also auch die spirituelle Wiederkunft Jesu - ebenso, wie laut Bibel
Johannes der Täufer die Wiederkunft Elias’ repräsentierte (Matth.
11,13-14). Seine Aufgabe sei es, verkündete er, den reinen Islam -
so, wie ursprünglich von Mohammed gelehrt - wiederzubeleben. Während
der orthodoxe Islam weiterhin auf das Erscheinen Jesu und des Mahdis wartet
und lehrt, daß Jesus leibhaftig in den Himmel aufgefahren sei, erklärte
Ghulam Ahmad, sich auf göttliche Offenbarungen berufend, daß
nach korrekter Koraninterpretation Jesus zwar gekreuzigt, anschließend
jedoch errettet wurde und nach Indien auswanderte, um - wie angekündigt
- den verlorenen Stämmen Israels zu predigen. Seine mutmaßliche
Grabstätte ist noch heute in Srinagar (Kashmir) zu besichtigen.
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AHMADIYYA-ISLAM
Einer der Hauptstreitpunkte
zwischen Ahmadiyya- und orthodoxem Islam besteht in der Stellung des Gemeindegründers,
der das Prophetenamt innezuhaben verkündete. Obwohl der orthodoxe
Islam auf die Wiederkunft des allgemein als Propheten anerkannten Jesus
wartet, glaubt sie jedoch zugleich, daß nach Mohammed kein Prophet
mehr erscheinen könne. Die Ahmadiyya hingegen interpretiert die entsprechende
Koranstelle dahingehend, daß Mohammed lediglich der letzte gesetzbringende
Prophet war. Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde orientiert sich in ihrer Islaminterpretation
streng am Koran und verwirft die hin und wieder vertretene These etwaiger
späterer Koranänderungen durch Mohammed.
Einer der Unterschiede zwischen
orthodoxem und Ahmadiyya-Islamverständnis besteht in der Lehre vom
Leben im Jenseits, das laut Ahmadiyya rein spiritueller Natur ist.
Eindeutig als koranwidrig
abgelehnt wird von der Ahmadiyya auch die Todesstrafe für den
Abfall vom Glauben oder die Steinigung von Ehebrechern. Musliminnen gelten
Ahmadiyya-Moslems als Gefährtinnen, die dem Mann (beispielsweise im
Zeugenstand) vollkommen gleichwertig, jedoch nicht gleich (identisch) sind,
und deren Aufgaben und Rechte sich von daher teilweise von denen der Männer
unterscheiden.
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DIE
GEMEINDE
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
ist eine rein religiöse und friedliche islamische Bewegung, die dem
interreligiösen Dialog sehr offen gegenübersteht und ihn auch
selber sucht.
Das religiöse Leben
der Ahmadiyya-Muslime unterscheidet sich in nichts von dem anderer Muslime
- so haben sie dasselbe Glaubensbekenntnis, praktizieren die „fünf
Pfeiler“ des Islams und ehren die großen islamischen Feiertage.
Die religiöse Erziehung
ist gemäß der Lehre der Ahmadiyya ein das ganze Leben währender
Prozeß, der nicht auf das Auswendiglernen von Koranversen beschränkt
sein darf, sondern auch den Erwerb von „Herzensbildung“, eines hohen Moralverständnisses
und weltlichem Wissen umfaßt. - Letzteres umso mehr, als die Ahmadiyya-Gemeinde
keinen Widerspruch zwischen „Wort“ und „Tat“ Gottes, d.h. islamischer Lehre
und Naturgesetzen, zu entdecken vermag: der erste muslimische Nobelpreisträger
war der Physiker Prof. Dr. Abdus Salam, ein Mitglied der Ahmadiyya-Gemeinde.
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
ist heute in 145 Ländern vertreten und hat bei ca. 20 Mill. Mitgliedern
eine imposante Zuwachsrate (allein 1999 10 Mill. Neuzugänge, vorwiegend
aus afrikanischen Ländern).
Die Gemeinde in Hannover
In Hannover ist sie seit
1974 ansässig und umfaßt heute ca. 330 Mitglieder - vorwiegend
pakistanischer, aber auch arabischer, deutscher, spanischer und sogar peruanischer
Nationalität.
Seit einigen Jahren befinden
sich ihre Gebetsräume in Ahlem, wo jeden Freitag ein Gottesdienst
abgehalten wird und Gäste jederzeit willkommen sind.
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Internet: www.ahmadiyya.de
LITERATUR
Hübsch, Hadayatullah:
DER WEG MOHAMMEDS,
Reinbeck 1989
Tworuschka, Monika u. Udo
(Hrsg.):
AHMADIYYA (ISLAMISCHE SONDERGEMEINSCHAFT),
in: Bertelsmann Handbuch:
Religionen der Welt,
München 1992, S. 248
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