RELIGIONEN IN HANNOVER
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Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde
 
Geschichte und Glaube
Ahmadiyya-Islam
Die Gemeinde
Literatur

 Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (1836 - 1908):.

GESCHICHTE UND GLAUBE

Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde wurde 1889 von Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian, Indien, gegründet. Nach dem Glauben der Ahmadiyya-Muslime war es der von Mohammed prophezeite Messias, d.h. also auch die spirituelle Wiederkunft Jesu - ebenso, wie laut Bibel Johannes der Täufer die Wiederkunft Elias’ repräsentierte (Matth. 11,13-14). Seine Aufgabe sei es, verkündete er, den reinen Islam - so, wie ursprünglich von Mohammed gelehrt - wiederzubeleben. Während der orthodoxe Islam weiterhin auf das Erscheinen Jesu und des Mahdis wartet und lehrt, daß Jesus leibhaftig in den Himmel aufgefahren sei, erklärte Ghulam Ahmad, sich auf göttliche Offenbarungen berufend, daß nach korrekter Koraninterpretation Jesus zwar gekreuzigt, anschließend jedoch errettet wurde und nach Indien auswanderte, um - wie angekündigt - den verlorenen Stämmen Israels zu predigen. Seine mutmaßliche Grabstätte ist noch heute in Srinagar (Kashmir) zu besichtigen.
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AHMADIYYA-ISLAM

Einer der Hauptstreitpunkte zwischen Ahmadiyya- und orthodoxem Islam besteht in der Stellung des Gemeindegründers, der das Prophetenamt innezuhaben verkündete. Obwohl der orthodoxe Islam auf die Wiederkunft des allgemein als Propheten anerkannten Jesus wartet, glaubt sie jedoch zugleich, daß nach Mohammed kein Prophet mehr erscheinen könne. Die Ahmadiyya hingegen interpretiert die entsprechende Koranstelle dahingehend, daß Mohammed lediglich der letzte gesetzbringende Prophet war. Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde orientiert sich in ihrer Islaminterpretation streng am Koran und verwirft die hin und wieder vertretene These etwaiger späterer Koranänderungen durch Mohammed.

Einer der Unterschiede zwischen orthodoxem und Ahmadiyya-Islamverständnis besteht in der Lehre vom Leben im Jenseits, das laut Ahmadiyya rein spiritueller Natur ist.

Eindeutig als koranwidrig abgelehnt wird von der Ahmadiyya auch  die Todesstrafe für den Abfall vom Glauben oder die Steinigung von Ehebrechern. Musliminnen gelten Ahmadiyya-Moslems als Gefährtinnen, die dem Mann (beispielsweise im Zeugenstand) vollkommen gleichwertig, jedoch nicht gleich (identisch) sind, und deren Aufgaben und Rechte sich von daher teilweise von denen der Männer unterscheiden. 
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DIE GEMEINDE

Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde ist eine rein religiöse und friedliche islamische Bewegung, die dem interreligiösen Dialog sehr offen gegenübersteht und ihn auch selber sucht. 

Das religiöse Leben der Ahmadiyya-Muslime unterscheidet sich in nichts von dem anderer Muslime - so haben sie dasselbe Glaubensbekenntnis, praktizieren die „fünf Pfeiler“ des Islams und ehren die großen islamischen Feiertage.

Die religiöse Erziehung ist gemäß der Lehre der Ahmadiyya ein das ganze Leben währender Prozeß, der nicht auf das Auswendiglernen von Koranversen beschränkt sein darf, sondern auch den Erwerb von „Herzensbildung“, eines hohen Moralverständnisses und weltlichem Wissen umfaßt. - Letzteres umso mehr, als die Ahmadiyya-Gemeinde keinen Widerspruch zwischen „Wort“ und „Tat“ Gottes, d.h. islamischer Lehre und Naturgesetzen, zu entdecken vermag: der erste muslimische Nobelpreisträger war der Physiker Prof. Dr. Abdus Salam, ein Mitglied der Ahmadiyya-Gemeinde.

Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde ist heute in 145 Ländern vertreten und hat bei ca. 20 Mill. Mitgliedern eine imposante Zuwachsrate (allein 1999 10 Mill. Neuzugänge, vorwiegend aus afrikanischen Ländern).

Die Gemeinde in Hannover

In Hannover ist sie seit 1974 ansässig und umfaßt heute ca. 330 Mitglieder - vorwiegend pakistanischer, aber auch arabischer, deutscher, spanischer und sogar peruanischer Nationalität.

Seit einigen Jahren befinden sich ihre Gebetsräume in Ahlem, wo jeden Freitag ein Gottesdienst abgehalten wird und Gäste jederzeit willkommen sind.
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Internet: www.ahmadiyya.de
 
 

LITERATUR

Hübsch, Hadayatullah: 
DER WEG MOHAMMEDS,
Reinbeck 1989

Tworuschka, Monika u. Udo (Hrsg.):
AHMADIYYA (ISLAMISCHE SONDERGEMEINSCHAFT),
in: Bertelsmann Handbuch:
Religionen der Welt,
München 1992, S. 248
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letzte Aktualisierung: 31. August 2000

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