.
Serbische Orthodoxe Kirche
"Heiliger Sava"
ALEKSANDAR PEJIC
(Farbfotos: Ewald Wirth
Zur Vergrößerung
und Erläuterung der Fotos im folgenden Text bitte die Fotobutton anklicken.)
ZUR
GESCHICHTE
Die Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde
"Hl. Sava" in Hannover hat ihren Namen vom gleichnamigen Gründer der
serbischen Volkskirche, deren erster Erzbischof er 1219 war.
Die Grundlage dieser Glaubensrichtung
wurde jedoch schon vom 6. bis zum 9. Jahrhundert geschaffen, als die beiden
Missionare, Cyrill und Methodius, von Konstantinopel aus, zur Zeit des
damals herrschenden Kaisers Basilius I (867-886), zur Christianisierung
des Balkans entsandt worden waren. 1386 trat der erste serbische Patriarch
sein Amt an, und übernahm die Leitung der Kirche . Die Eroberung des
Serbischen Reiches durch die Türken, die mit der serbischen Niederlage
auf dem Amselfeld 1389 besiegelt wurde, war der Anfang der Zeit, in der
die Kirche auch zur Bewahrerin der nationalen Identität wurde und
ihre Widerstandskraft gegen die Eroberer behielt. Der gesamte Balkan geriet
unter die islamische Türkenherrschaft. Unter der fünfhundertjährigen
Türkenherrschaft kam es zu fluchtartigen Siedlungsbewegungen der Serben,
die sich im südlichen Ungarn niederließen und auch im österreichisch-
ungarischen Grenzland willkommen waren. Im Jahre 1459 hörte das serbische
Patriarchat für Jahrhunderte auf zu bestehen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts
gelang es den Serben als erste sich von dieser Vorherrschaft zu befreien.
Obwohl die Kirche keinen eigenen Patriarchen hatte, schaffte sie es, die
Jahrhunderte der Fremdherrschaft zu überdauern. Zu dieser Zeit standen
alle orthodoxen Christen der osmanischen Regierung (Die Hohe Pforte) unter
der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchats. Trotzdem gelang es
den Serben ihre Unabhängigkeit vom Ökumenischen Patriarchen wiederzugewinnen:
1838 erhielt die Kirche Autonomie, 1897 wurde sie autokephal, erst 1922
erkannte man ein eigenes Serbisch-orthodoxes Patriarchat an.
Seit den sechziger Jahren
ist die Serbische Orthodoxe Kirche auch Mitglied in der Konferenz der Europäischen
Kirchen, sowie im Weltrat der Kirchen (World council of Churches). Heute
gehören ca. 12 Millionen Menschen der Serbischen Orthodoxen Kirche
an. Davon leben ungefähr 1,5 Millionen Gläubige in der Diaspora.
Der Hauptsitz der Kirche, der sich in Belgrad befindet, ist zugleich der
Ort, von dem aus die Kirche, vom Oberhaupt, dem jetzigen Patriarchen Pavle,
geleitet wird .
zurück
DIE
SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN DEUTSCHLAND
Die ca. 150.000 serbisch-orthodoxen
Gläubigen in Deutschland gehören der Mitteleuropäischen
Diözese an. Diese 150.000 Gläubige sind in ganz Deutschland über
37 Gemeinden unterteilt, die von 30 Gemeindepfarrern betreut werden. Der
Hauptsitz der Mitteleuropäischen Diözese befindet sich seit 1978
in Himmelsthür bei Hildesheim. Der erste dort amtierende Bischof Lavrentije
wurde 1991 durch Bischof Konstantin abgelöst .
Die Serbische Orthodoxe Kirche
in Deutschland gehört der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen
und der Ökumenischen Kommission an.
zurück
DIE
SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN HANNOVER
Vor dem zweiten Weltkrieg
gab es in Hannover keine orthodoxe Kirche, obwohl orthodoxe Christen hier
lebten. Diese Situation änderte sich mit dem zweiten Weltkrieg.
Bereits 1941 wurden serbische
Kriegsgefangene nach Deutschland verschleppt, überwiegend Armeeangehörige.
In den weiteren Kriegsjahren kamen etliche Menschen aus Jugoslawien nach
Deutschland, unter ihnen auch viele orthodoxe Christen . Im Jahre 1948
wurden in den damaligen Westsektoren ca. 100.000 serbisch-orthodoxe Christen
gezählt. Unter ihnen waren 10 Pfarrer. Nach dem Krieg stellte die
englische Armee den serbisch-orthodoxen Gläubigen Räume zur Verfügung,
die sie für ihr Gemeindeleben benötigten. 1958 kam es zur Gründung
der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Hannover. 1960 bot die ev.-luth.
Kreuzkirchengemeinde der Serbisch-Orthodoxen Gemeinde die St. Annenkapelle
an der Kreuzkirche als Gottesdienstraum an. 1961 wurde die Kapelle bezogen.
. Zur
Vergrößerung Fotos anklicken.
In den späten 50er Jahren
ereigneten sich Prozesse, die zu den markantesten Merkmalen der Nachkriegszeit
wurden. Die gute Situation auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt verlangte
dringend nach Arbeitskräften, die in Deutschland rar waren. Aus den
südeuropäischen Ländern kamen die sogenannten "Gastarbeiter"
nach Deutschland. Viele orthodoxe Griechen und Serben. Diese Serben waren
eine andere Generation als diejenigen, die durch den Krieg nach Deutschland
gekommen waren. Viele von ihnen waren aufgrund des in Jugoslawien herrschenden
Regimes der Religion und der Kirche völlig entfremdet, im Atheismus
aufgewachsen. So begann für die noch junge Gemeinde in Hannover eine
völlig neue Situation, auf die sich wohl niemand vorbereitet hatte.
Eine neue Arbeit mußte beginnen: Missionsarbeit. Den Problemen, wie
die deutsche Sprache zu erlernen und Einsamkeit zu überwinden, mußte
abgeholfen werden. Später kamen die Arbeitslosigkeit und die zunehmende
Ausländerfeindlichkeit hinzu. Viele, die ehemals als "Gastarbeiter"
kamen, blieben für immer in Deutschland. Diesen Menschen galt es,
sich in Zukunft verstärkt zu widmen, ihnen eine kulturelle und religiöse
Heimat zu geben. Aber auch der deutschen Bevölkerung sollte bewußter
gemacht werden, wer diese neuen Mitbürger sind, woher sie kamen und
welche Konfession sie haben, um zu sehen, was wir voneinander lernen können.
zurück
DIE
SERBISCH-ORTHODOXE GEMEINDE
Die Gemeinde wird heute von
ca. 350 Familien getragen, deren Leben sehr wesentlich durch die Gemeinde
geprägt wird. Zentrum des gesamten Gemeindelebens ist die Feier der
Liturgie. Nach der sonntäglichen Liturgiefeier trifft sich die Gemeinde
in den Gemeinderäumen. Da die räumliche Situation an der Kreuzkirche
sehr unbefriedigend und der Platzbedarf groß war, beschloß
die Gemeindeversammlung im Dezember 1988, ein neues Gemeindezentrum zu
bauen. Zur Zeit nähert sich der am l. November 1993 angefangene Bau
des ersten Serbisch-Orthodoxen Kirchenzentrums, dem Ende. Die im byzantinischen
Stil gebaute Kirche wurde am 7. Mai 1995 eingeweiht. Dieses Kirchenzentrum
gibt den Serbisch-Orthodoxen Christen ein Stück geistliche Heimat,
aber auch ein Stück Heimat im einfachen Sinne. Das ist heute für
die Gläubigen nötiger denn je, da fast jedes zweite Gemeindemitglied
seine Familienangehörigen und sein Anwesen, durch den Krieg im ehemaligen
Jugoslawien verloren hat. Viele Kriegsflüchtlinge wurden bei ihren
Verwandten, die der Gemeinde angehören, untergebracht, und Kriegswaisen
werden durch Patenschaften unterstützt.
Gemeindeaktivitäten
Die Kirchengemeinde bietet
unter anderem folgende Aktivitäten:
- Deutschunterricht für
Gemeindemitglieder
- Muttersprachliche Schule
- Religionsunterricht für
Kinder
- Folkloregruppe mit kleinem
Orchester und eigener Trachtenschneiderei
- Senioren -, Frauen-, Jugendarbeit
- Arbeitslosenbetreuung
- ehrenamtliche Sozialarbeit
- Chor u. Theatergruppe
- Mutter + Kind Gruppe
- Schola und Kantorenfortbildung
...
zurück
KONTAKTADRESSEN
Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde
in Hannover
Mengendamm 16 C
D-30177 Hannover
Tel.: (0511) 394 1924
Fax: (0511) 394 1925
Internet
Homepage: www.sok-heiligersava.org
eMail: SOKGHann@aol.com
Gemeindepfarrer:
Erzpriester Milan Pejic
Mengendamm 16 C
30177 Hannover
Tel.(Handy): 0173 232 09
92
Serbische Orthodoxe Diözese
für Mitteleuropa
Obere Dorfstraße 12
31137 Hildesheim
Tel.: ( 05121)
640 34 und 640 35
Fax.: ( 05121) 641 36
zurück
LITERATUR
Basdekis, Athanasios:
ORTHODOXE KIRCHEN IN DEUTSCHLAND.
EINE INFORMATIONSBROSCHÜRE,
hrsg. von: Griechisch-Orthodoxe
Metropolie von Deutschland,
Frankfurt/Main 1986
zurück
|