RELIGIONEN IN HANNOVER
.
.
Serbische Orthodoxe Kirche "Heiliger Sava"

ALEKSANDAR PEJIC 
 
Zur Geschichte
Die Serbisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland
Die Serbisch-Orthodoxe Kirche in Hannover
Die Serbisch-Orthodoxe Gemeinde
Kontaktadressen
Literatur

Spendenaufruf: Rundbrief vom 16.12.2003

  Kirchenzentrum Heiliger Sava
Foto: Ewald Wirth, 1999

(Farbfotos: Ewald Wirth
Zur Vergrößerung und Erläuterung der Fotos im folgenden Text bitte die Fotobutton anklicken.) 

ZUR GESCHICHTE

Die Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde "Hl. Sava" in Hannover hat ihren Namen vom gleichnamigen Gründer der serbischen Volkskirche, deren erster Erzbischof er 1219 war.
Die Grundlage dieser Glaubensrichtung wurde jedoch schon vom 6. bis zum 9. Jahrhundert geschaffen, als die beiden Missionare, Cyrill und Methodius, von Konstantinopel aus, zur Zeit des damals herrschenden Kaisers Basilius I (867-886), zur Christianisierung des Balkans entsandt worden waren. 1386 trat der erste serbische Patriarch sein Amt an, und übernahm die Leitung der Kirche . Die Eroberung des Serbischen Reiches durch die Türken, die mit der serbischen Niederlage auf dem Amselfeld 1389 besiegelt wurde, war der Anfang der Zeit, in der die Kirche auch zur Bewahrerin der nationalen Identität wurde und ihre Widerstandskraft gegen die Eroberer behielt. Der gesamte Balkan geriet unter die islamische Türkenherrschaft. Unter der fünfhundertjährigen Türkenherrschaft kam es zu fluchtartigen Siedlungsbewegungen der Serben, die sich im südlichen Ungarn niederließen und auch im österreichisch- ungarischen Grenzland willkommen waren. Im Jahre 1459 hörte das serbische Patriarchat für Jahrhunderte auf zu bestehen. Am Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es den Serben als erste sich von dieser Vorherrschaft zu befreien. Obwohl die Kirche keinen eigenen Patriarchen hatte, schaffte sie es, die Jahrhunderte der Fremdherrschaft zu überdauern. Zu dieser Zeit standen alle orthodoxen Christen der osmanischen Regierung (Die Hohe Pforte) unter der Jurisdiktion des Ökumenischen Patriarchats. Trotzdem gelang es den Serben ihre Unabhängigkeit vom Ökumenischen Patriarchen wiederzugewinnen: 1838 erhielt die Kirche Autonomie, 1897 wurde sie autokephal, erst 1922 erkannte man ein eigenes Serbisch-orthodoxes Patriarchat an.

Seit den sechziger Jahren ist die Serbische Orthodoxe Kirche auch Mitglied in der Konferenz der Europäischen Kirchen, sowie im Weltrat der Kirchen (World council of Churches). Heute gehören ca. 12 Millionen Menschen der Serbischen Orthodoxen Kirche an. Davon leben ungefähr 1,5 Millionen Gläubige in der Diaspora. Der Hauptsitz der Kirche, der sich in Belgrad befindet, ist zugleich der Ort, von dem aus die Kirche, vom Oberhaupt, dem jetzigen Patriarchen Pavle, geleitet wird .

                                                                                                                       zurück

DIE SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN DEUTSCHLAND

Die ca. 150.000 serbisch-orthodoxen Gläubigen in Deutschland gehören der Mitteleuropäischen Diözese an. Diese 150.000 Gläubige sind in ganz Deutschland über 37 Gemeinden unterteilt, die von 30 Gemeindepfarrern betreut werden. Der Hauptsitz der Mitteleuropäischen Diözese befindet sich seit 1978 in Himmelsthür bei Hildesheim. Der erste dort amtierende Bischof Lavrentije wurde 1991 durch Bischof Konstantin abgelöst .

Die Serbische Orthodoxe Kirche in Deutschland gehört der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Ökumenischen Kommission an. 
                                                                                                                       zurück
 

DIE SERBISCH-ORTHODOXE KIRCHE IN HANNOVER

Vor dem zweiten Weltkrieg gab es in Hannover keine orthodoxe Kirche, obwohl orthodoxe Christen hier lebten. Diese Situation änderte sich mit dem zweiten Weltkrieg.

Bereits 1941 wurden serbische Kriegsgefangene nach Deutschland verschleppt, überwiegend Armeeangehörige. In den weiteren Kriegsjahren kamen etliche Menschen aus Jugoslawien nach Deutschland, unter ihnen auch viele orthodoxe Christen . Im Jahre 1948 wurden in den damaligen Westsektoren ca. 100.000 serbisch-orthodoxe Christen gezählt. Unter ihnen waren 10 Pfarrer. Nach dem Krieg stellte die englische Armee den serbisch-orthodoxen Gläubigen Räume zur Verfügung, die sie für ihr Gemeindeleben benötigten. 1958 kam es zur Gründung der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Hannover. 1960 bot die ev.-luth. Kreuzkirchengemeinde der Serbisch-Orthodoxen Gemeinde die St. Annenkapelle an der Kreuzkirche als Gottesdienstraum an. 1961 wurde die Kapelle bezogen. 

.Zur Vergrößerung Fotos anklicken. 

In den späten 50er Jahren ereigneten sich Prozesse, die zu den markantesten Merkmalen der Nachkriegszeit wurden. Die gute Situation auf dem deutschen Wirtschaftsmarkt verlangte dringend nach Arbeitskräften, die in Deutschland rar waren. Aus den südeuropäischen Ländern kamen die sogenannten "Gastarbeiter" nach Deutschland. Viele orthodoxe Griechen und Serben. Diese Serben waren eine andere Generation als diejenigen, die durch den Krieg nach Deutschland gekommen waren. Viele von ihnen waren aufgrund des in Jugoslawien herrschenden Regimes der Religion und der Kirche völlig entfremdet, im Atheismus aufgewachsen. So begann für die noch junge Gemeinde in Hannover eine völlig neue Situation, auf die sich wohl niemand vorbereitet hatte. Eine neue Arbeit mußte beginnen: Missionsarbeit. Den Problemen, wie die deutsche Sprache zu erlernen und Einsamkeit zu überwinden, mußte abgeholfen werden. Später kamen die Arbeitslosigkeit und die zunehmende Ausländerfeindlichkeit hinzu. Viele, die ehemals als "Gastarbeiter" kamen, blieben für immer in Deutschland. Diesen Menschen galt es, sich in Zukunft verstärkt zu widmen, ihnen eine kulturelle und religiöse Heimat zu geben. Aber auch der deutschen Bevölkerung sollte bewußter gemacht werden, wer diese neuen Mitbürger sind, woher sie kamen und welche Konfession sie haben, um zu sehen, was wir voneinander lernen können.
                                                                                                                       zurück
 

DIE SERBISCH-ORTHODOXE GEMEINDE

Die Gemeinde wird heute von ca. 350 Familien getragen, deren Leben sehr wesentlich durch die Gemeinde geprägt wird. Zentrum des gesamten Gemeindelebens ist die Feier der Liturgie. Nach der sonntäglichen Liturgiefeier trifft sich die Gemeinde in den Gemeinderäumen. Da die räumliche Situation an der Kreuzkirche sehr unbefriedigend und der Platzbedarf groß war, beschloß die Gemeindeversammlung im Dezember 1988, ein neues Gemeindezentrum zu bauen. Zur Zeit nähert sich der am l. November 1993 angefangene Bau des ersten Serbisch-Orthodoxen Kirchenzentrums, dem Ende. Die im byzantinischen Stil gebaute Kirche wurde am 7. Mai 1995 eingeweiht. Dieses Kirchenzentrum gibt den Serbisch-Orthodoxen Christen ein Stück geistliche Heimat, aber auch ein Stück Heimat im einfachen Sinne. Das ist heute für die Gläubigen nötiger denn je, da fast jedes zweite Gemeindemitglied seine Familienangehörigen und sein Anwesen, durch den Krieg im ehemaligen Jugoslawien verloren hat. Viele Kriegsflüchtlinge wurden bei ihren Verwandten, die der Gemeinde angehören, untergebracht, und Kriegswaisen werden durch Patenschaften unterstützt.

Gemeindeaktivitäten

Die Kirchengemeinde bietet unter anderem folgende Aktivitäten: 
- Deutschunterricht für Gemeindemitglieder 
- Muttersprachliche Schule
- Religionsunterricht für Kinder 
- Folkloregruppe mit kleinem Orchester und eigener Trachtenschneiderei 
- Senioren -, Frauen-, Jugendarbeit 
- Arbeitslosenbetreuung 
- ehrenamtliche Sozialarbeit 
- Chor u. Theatergruppe 
- Mutter + Kind Gruppe 
- Schola und Kantorenfortbildung ...
                                                                                                                       zurück
 

KONTAKTADRESSEN

Serbische Orthodoxe Kirchengemeinde in Hannover
Mengendamm 16 C
D-30177 Hannover
Tel.: (0511) 394 1924
Fax: (0511) 394 1925

Internet
Homepage: www.sok-heiligersava.org
eMail: SOKGHann@aol.com

Gemeindepfarrer: 

Erzpriester Milan Pejic 
Mengendamm 16 C
30177 Hannover 
Tel.(Handy): 0173 232 09 92

Serbische Orthodoxe Diözese 
für Mitteleuropa 
Obere Dorfstraße 12
31137 Hildesheim 
Tel.:   ( 05121) 640 34 und 640 35
Fax.: ( 05121) 641 36
                                                                                                                       zurück
 

LITERATUR

Basdekis, Athanasios:
ORTHODOXE KIRCHEN IN DEUTSCHLAND.
EINE INFORMATIONSBROSCHÜRE,
hrsg. von: Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland,
Frankfurt/Main 1986
                                                                                                                        zurück
 

[ Orthodoxe Kirchen ]


[ HomeSymbole | Grußwort | Vorwort | Inhalt | Judentum | Christentum ]
[ Islam | Bahá'i | Hinduismus | Buddhismus | Anhang ]
 

letzte Aktualisierung: 02. Dezember 2006

© 1997/1999 by  WCRP/Hannover
E-mail: ewirth@religionen-in-hannover.de
Ansprechpartner: Dipl.-Theol. Ewald Wirth M.A.