RELIGIONEN IN HANNOVER
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Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche

FRIEDEMANN RÜGER
 
Geschichte
Glauben und Lehre
Ökumenische Verpflichtungen
Friedensverständnis und 
interreligiöser Dialog
Strukturen der SELK
Das Leben in den Gemeinden
Ortsgemeinden in Hannover
Kontaktadressen
Literatur
  St. Petri-Kirche
Foto: Ewald Wirth, 2002

GESCHICHTE

Grundlage

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ist eine der christlichen Kirchen in Deutschland, die von der Reformation Martin Luthers im 16. Jahrhundert geprägt ist. Sie sieht sich als Teil der einen, heiligen, christlichen und apostolischen Kirche, die überall da ist, wo das Wort Gottes rein gepredigt und die Sakramente nach der Einsetzung Christi verwaltet werden. Ihre Grundlage ist die Bibel, die sie als Gottes eigenes, offenbartes Wort an die Menschen aller Jahrhunderte, Kulturen, Rassen und Sprachen versteht.

Mit der gesamten Christenheit bekennt die SELK ihren Glauben an Gott, wie er in den altkirchlichen Bekenntnissen formuliert ist.

Wurzeln

Die SELK hat die Wurzeln ihrer Existenz nicht nur in der Alten Kirche des 1. Jahrtausends nach Christus, sondern auch in der Reformation (Erneuerung) der Kirche durch Martin Luther im 16. Jahrhundert. Luther hat im Gegensatz zur damaligen Papstkirche die Heilige Schrift als alleinige Quelle und Norm der Lehre und des Lebens der Kirche gesehen. Er hob hervor, daß der sündige Mensch nicht durch seine Leistungen, sondern nur aus der ihm geschenkten Gnade vor Gott bestehen kann. Diese Gnade hat Christus erworben. Auf ihn richtet sich der christliche Glaube. 

Trennendes

Das Festhalten an diesem Glauben führte im 16. Jahrhundert zu schmerzvollen Trennungen in der Christenheit. Kam es zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche, so wurde ebenso an unüberbrückbaren Gegensätzen, vor allem in der Abendmahlslehre, keine Einigung mit den calvinistisch-reformierten Christentum erreicht.

Entstehungsbedingungen

Im 19. Jahrhundert kam es zur unfreiwilligen Bildung lutherischer Minderheitskirchen, als sich in manchen Teilen Deutschlands der Staat in kirchliche Fragen einmischte. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Preußen ging als bekenntnisbestimmte Kirche größtenteils unter. Ein Teil der Lutheraner widersetzte sich der Staatsgewalt und suchte eine neue Existenzform, als eigenständige, vom Staat unabhängige Kirche. Aus solchen Ursprüngen hat sich die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche entwickelt.
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GLAUBEN UND LEHRE

Die SELK sieht neben den altkirchlichen Symbolen die lutherischen Bekenntnisschriften als die gültige und verpflichtende Auslegung der Heiligen Schrift. Sonderlehren kennt die SELK nicht. Modernen Verfälschungen der Glaubenslehre ist sie in ihrem Raum gewehrt durch eine strenge Verpflichtung ihrer Pfarrer auf die Bibel und das lutherische Bekenntnis. Ihre Lehr- und Glaubensaussagen führt die SELK nicht für sich allein, sondern will sie aller Christenheit als wahr und schriftgemäß  vorleben.
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ÖKUMENISCHE VERPFLICHTUNGEN

Die SELK ist ein Teil der weltweiten Kirche lutherischen Bekenntnisses und steht in enger Gemeinschaft mit einer Reihe anderer Kirchen des gleichen Bekenntnisses in aller Welt. Sie arbeitet z.B. führend im International Lutheran Council (ILC) mit, dem 25 Kirchen in aller Welt angehören. In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Bundesrepublik Deutschland ist sie Vollmitglied. Sie steht in Verbindung mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und ist Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft.
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FRIEDENSVERSTÄNDNIS UND INTERRELIGIÖSER DIALOG

Die SELK verurteilt jedwede Gewaltanwendung außer zum Schutz der Mitmenschen vor Gefahr an Leib und Leben. Sie verwirft ebenso alle Intoleranz gegen ausländische Mitbürger oder Aussiedler. Dagegen arbeitet sie beispielsweise aktiv bei der Integration von Rußlanddeutschen mit und will ihnen eine geistliche Heimat bieten.

Die SELK begrüßt Gespräche mit anderen Religionsgemeinschaften, sieht sie darin doch eine Chance, gegenseitiges Mißtrauen abzubauen und gleichzeitig die Botschaft von Jesus Christus anderen Menschen mitzuteilen.
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STRUKTUREN DER SELK

Kirchengemeinden der SELK finden sich im gesamten Bundesgebiet. Etwa 40 000 Kirchglieder gehören zur SELK. Die Gliedschaft in die SELK wird erlangt durch die Taufe innerhalb einer zu dieser Kirche gehörenden Gemeinde oder durch Übertritt aus einer anderen Kirche. Die meisten Gemeinden der SELK finden sich in Norddeutschland. Insgesamt werden rund 200 Gemeinden von ca. 150 Pfarrern betreut.

Landesweit ist die Kirche in elf Kirchenbezirke, an deren Spitze je ein Superintendent steht, gegliedert; in der Regel drei Kirchenbezirke sind in einem Sprengel mit einem Propst als leitendem Geistlichen zusammengefaßt. Der Gesamtkirche steht ein Bischof vor. Sitz der Kirchenleitung ist Hannover. Auf allen kirchlichen Ebenen tagen in festgelegten Abständen Konvente der Pfarrer und Synoden, die sowohl Pfarrer wie Laien umfassen.

Die SELK ist Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie erhält sich selbst aus Beiträgen, Kollekten und Spenden und erhebt keine Kirchensteuern im Lohnabzugsverfahren.

Der theologische Nachwuchs wird an einer kircheneigenen,  staatlich anerkannten
"Lutherischen Theologischen Hochschule" in Oberursel/Ts. und an staatlichen theologischen Fakultäten ausgebildet. Die SELK betreibt ein Missionswerk (Lutherische Kirchenmission) und unterhält eine Reihe diakonischer Einrichtungen. Die intensive Jugendarbeit ist in einem "Jugendwerk" zusammengefaßt. Durch Beteiligung an der Rundfunkmission durch die "Lutherische Stunde" und Herausgabe eigener kirchlicher Zeitschriften wirkt die SELK in der Öffentlichkeit.
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DAS LEBEN IN DEN GEMEINDEN

Herzstück des Gemeindelebens ist der Gottesdienst. Der Hauptgottesdienst, der öffentlich ist, ist die in der Reformation von den spätmittelalterlichen Zufügungen gereinigte "Messe" der alten Kirche. Er umfaßt mit reicher Liturgie die Wortverkündigung und die Spendung des Altarsakramentes. Die Lutherische Kirche glaubt und bekennt, daß in solchen Gottesdiensten die Stimme Christi selbst hörbar und er mit seinem wahren Leib und Blut im Altarsakrament gegenwärtig ist. Darum hält sie ihre Glieder an zum regelmäßigen Gottesdienstbesuch, zu häufigem Sakramentsempfang und daraus erwachsender christlicher Lebensführung.

Die SELK bekennt sich zur christlichen Taufe, die als Zuwendung der Gnade auch schon Kindern zu gewähren ist. Mit der Taufe wird der Christ in die Kirche Christi eingegliedert. Die Taufe zieht Taufunterweisung nach sich. Sie geschieht vornehmlich im zweijährigen Unterricht, der zur Konfirmation (Befestigung der Taufgnade) führt. Kirchliche Trauung bei der Eheschließung und kirchliche Bestattung der Toten sind selbstverständlich.
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ORTSGEMEINDEN IN HANNOVER

Die SELK ist in Hannover mit zwei Gemeinden vertreten: die St. Petri-Gemeinde in der Weinstraße und die Bethlehemsgemeinde in der Großen Barlinge. Ein reiches Angebot an Veranstaltungen, Gesprächskreisen, Bibelstunden und kirchenmusikalische Aktivitäten lädt jeden ein, vor allem aber gilt das von den sonntäglichen Gottesdiensten, die in der Regel in den Sommermonaten um 9.30 Uhr, in den Wintermonaten um 10.00 Uhr beginnen.
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KONTAKTADRESSEN

INTERNET: www.selk@selk.de

St. Petri-Gemeinde 
Pfarrer Hermann Otto 
Weinstraße 5 
30171 Hannover 
Tel.:  ( 0511) 85 59 89
Fax.: ( 0511) 85 59 59 

Bethlehemsgemeinde
Pfarrer Gert Kelter
Große Barlinge 35 
30171 Hannover
Tel.:  ( 0511) 81 58 30
Fax.: ( 0511) 288 09 13

Internet:
Homepage: www.lutherisch.com
eMail: bethlehem.hannover@selk.de
 

Kirchenleitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche:
Schopenhauerstraße 7 
30625 Hannover 
Postanschrift: Postfach 69 04 07, 
30613 Hannover
Tel.:  ( 0511) 55 78 08 
Fax.: ( 0511) 55 15 88

Internet:
Homepage: www.selk.de
eMail: selk@selk.de
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LITERATUR

Burkhardt, Helmut/ Swarat, Uwe (Hrsg.):
EVANGELISCHES LEXIKON FÜR THEOLOGIE UND GEMEINDE,
Bd. 3, Wuppertal-Zürich 1994, S. 1824f

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK): 
EINE INFORMATIONSSCHRIFT,
4. überarb. Aufl., Hannover 1995 
(erhältlich bei der Kirchenleitung)

Uecker, Konrad (Hrsg.):
KIRCHE AUF FESTEM GLAUBENSGRUND. 
FAST ALLES ÜBER DIE SELBSTÄNDIGE EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE,
3. Aufl., Groß Oesingen 1995
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letzte Aktualisierung: 18. August 2002

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Ansprechpartner: Dipl.-Theol. Ewald Wirth M.A.