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Selbständige Evangelisch-Lutherische
Kirche
FRIEDEMANN RÜGER
GESCHICHTE
Grundlage
Die Selbständige Evangelisch-Lutherische
Kirche (SELK) ist eine der christlichen Kirchen in Deutschland, die von
der Reformation Martin Luthers im 16. Jahrhundert geprägt ist. Sie
sieht sich als Teil der einen, heiligen, christlichen und apostolischen
Kirche, die überall da ist, wo das Wort Gottes rein gepredigt und
die Sakramente nach der Einsetzung Christi verwaltet werden. Ihre Grundlage
ist die Bibel, die sie als Gottes eigenes, offenbartes Wort an die Menschen
aller Jahrhunderte, Kulturen, Rassen und Sprachen versteht.
Mit der gesamten Christenheit
bekennt die SELK ihren Glauben an Gott, wie er in den altkirchlichen Bekenntnissen
formuliert ist.
Wurzeln
Die SELK hat die Wurzeln
ihrer Existenz nicht nur in der Alten Kirche des 1. Jahrtausends nach Christus,
sondern auch in der Reformation (Erneuerung) der Kirche durch Martin Luther
im 16. Jahrhundert. Luther hat im Gegensatz zur damaligen Papstkirche die
Heilige Schrift als alleinige Quelle und Norm der Lehre und des Lebens
der Kirche gesehen. Er hob hervor, daß der sündige Mensch nicht
durch seine Leistungen, sondern nur aus der ihm geschenkten Gnade vor Gott
bestehen kann. Diese Gnade hat Christus erworben. Auf ihn richtet sich
der christliche Glaube.
Trennendes
Das Festhalten an diesem
Glauben führte im 16. Jahrhundert zu schmerzvollen Trennungen in der
Christenheit. Kam es zum Bruch mit der römisch-katholischen Kirche,
so wurde ebenso an unüberbrückbaren Gegensätzen, vor allem
in der Abendmahlslehre, keine Einigung mit den calvinistisch-reformierten
Christentum erreicht.
Entstehungsbedingungen
Im 19. Jahrhundert kam es
zur unfreiwilligen Bildung lutherischer Minderheitskirchen, als sich in
manchen Teilen Deutschlands der Staat in kirchliche Fragen einmischte.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Preußen ging als bekenntnisbestimmte
Kirche größtenteils unter. Ein Teil der Lutheraner widersetzte
sich der Staatsgewalt und suchte eine neue Existenzform, als eigenständige,
vom Staat unabhängige Kirche. Aus solchen Ursprüngen hat sich
die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche entwickelt.
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GLAUBEN
UND LEHRE
Die SELK sieht neben den
altkirchlichen Symbolen die lutherischen Bekenntnisschriften als die gültige
und verpflichtende Auslegung der Heiligen Schrift. Sonderlehren kennt die
SELK nicht. Modernen Verfälschungen der Glaubenslehre ist sie in ihrem
Raum gewehrt durch eine strenge Verpflichtung ihrer Pfarrer auf die Bibel
und das lutherische Bekenntnis. Ihre Lehr- und Glaubensaussagen führt
die SELK nicht für sich allein, sondern will sie aller Christenheit
als wahr und schriftgemäß vorleben.
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ÖKUMENISCHE
VERPFLICHTUNGEN
Die SELK ist ein Teil der
weltweiten Kirche lutherischen Bekenntnisses und steht in enger Gemeinschaft
mit einer Reihe anderer Kirchen des gleichen Bekenntnisses in aller Welt.
Sie arbeitet z.B. führend im International Lutheran Council (ILC)
mit, dem 25 Kirchen in aller Welt angehören. In der Arbeitsgemeinschaft
Christlicher Kirchen (ACK) in der Bundesrepublik Deutschland ist sie Vollmitglied.
Sie steht in Verbindung mit dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche
in Deutschland und ist Mitglied in der Deutschen Bibelgesellschaft.
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FRIEDENSVERSTÄNDNIS
UND INTERRELIGIÖSER DIALOG
Die SELK verurteilt jedwede
Gewaltanwendung außer zum Schutz der Mitmenschen vor Gefahr an Leib
und Leben. Sie verwirft ebenso alle Intoleranz gegen ausländische
Mitbürger oder Aussiedler. Dagegen arbeitet sie beispielsweise aktiv
bei der Integration von Rußlanddeutschen mit und will ihnen eine
geistliche Heimat bieten.
Die SELK begrüßt
Gespräche mit anderen Religionsgemeinschaften, sieht sie darin doch
eine Chance, gegenseitiges Mißtrauen abzubauen und gleichzeitig die
Botschaft von Jesus Christus anderen Menschen mitzuteilen.
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STRUKTUREN
DER SELK
Kirchengemeinden der SELK
finden sich im gesamten Bundesgebiet. Etwa 40 000 Kirchglieder gehören
zur SELK. Die Gliedschaft in die SELK wird erlangt durch die Taufe innerhalb
einer zu dieser Kirche gehörenden Gemeinde oder durch Übertritt
aus einer anderen Kirche. Die meisten Gemeinden der SELK finden sich in
Norddeutschland. Insgesamt werden rund 200 Gemeinden von ca. 150 Pfarrern
betreut.
Landesweit ist die Kirche
in elf Kirchenbezirke, an deren Spitze je ein Superintendent steht, gegliedert;
in der Regel drei Kirchenbezirke sind in einem Sprengel mit einem Propst
als leitendem Geistlichen zusammengefaßt. Der Gesamtkirche steht
ein Bischof vor. Sitz der Kirchenleitung ist Hannover. Auf allen kirchlichen
Ebenen tagen in festgelegten Abständen Konvente der Pfarrer und Synoden,
die sowohl Pfarrer wie Laien umfassen.
Die SELK ist Körperschaft
des öffentlichen Rechts. Sie erhält sich selbst aus Beiträgen,
Kollekten und Spenden und erhebt keine Kirchensteuern im Lohnabzugsverfahren.
Der theologische Nachwuchs
wird an einer kircheneigenen, staatlich anerkannten
"Lutherischen Theologischen
Hochschule" in Oberursel/Ts. und an staatlichen theologischen Fakultäten
ausgebildet. Die SELK betreibt ein Missionswerk (Lutherische Kirchenmission)
und unterhält eine Reihe diakonischer Einrichtungen. Die intensive
Jugendarbeit ist in einem "Jugendwerk" zusammengefaßt. Durch Beteiligung
an der Rundfunkmission durch die "Lutherische Stunde" und Herausgabe eigener
kirchlicher Zeitschriften wirkt die SELK in der Öffentlichkeit.
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DAS
LEBEN IN DEN GEMEINDEN
Herzstück des Gemeindelebens
ist der Gottesdienst. Der Hauptgottesdienst, der öffentlich ist, ist
die in der Reformation von den spätmittelalterlichen Zufügungen
gereinigte "Messe" der alten Kirche. Er umfaßt mit reicher Liturgie
die Wortverkündigung und die Spendung des Altarsakramentes. Die Lutherische
Kirche glaubt und bekennt, daß in solchen Gottesdiensten die Stimme
Christi selbst hörbar und er mit seinem wahren Leib und Blut im Altarsakrament
gegenwärtig ist. Darum hält sie ihre Glieder an zum regelmäßigen
Gottesdienstbesuch, zu häufigem Sakramentsempfang und daraus erwachsender
christlicher Lebensführung.
Die SELK bekennt sich zur
christlichen Taufe, die als Zuwendung der Gnade auch schon Kindern zu gewähren
ist. Mit der Taufe wird der Christ in die Kirche Christi eingegliedert.
Die Taufe zieht Taufunterweisung nach sich. Sie geschieht vornehmlich im
zweijährigen Unterricht, der zur Konfirmation (Befestigung der Taufgnade)
führt. Kirchliche Trauung bei der Eheschließung und kirchliche
Bestattung der Toten sind selbstverständlich.
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ORTSGEMEINDEN
IN HANNOVER
Die SELK ist in Hannover
mit zwei Gemeinden vertreten: die St. Petri-Gemeinde in der Weinstraße
und die Bethlehemsgemeinde in der Großen Barlinge. Ein reiches Angebot
an Veranstaltungen, Gesprächskreisen, Bibelstunden und kirchenmusikalische
Aktivitäten lädt jeden ein, vor allem aber gilt das von den sonntäglichen
Gottesdiensten, die in der Regel in den Sommermonaten um 9.30 Uhr, in den
Wintermonaten um 10.00 Uhr beginnen.
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KONTAKTADRESSEN
INTERNET: www.selk@selk.de
St. Petri-Gemeinde
Pfarrer Hermann Otto
Weinstraße 5
30171 Hannover
Tel.: ( 0511) 85 59
89
Fax.: ( 0511) 85 59 59
Bethlehemsgemeinde
Pfarrer Gert Kelter
Große Barlinge 35
30171 Hannover
Tel.: ( 0511) 81 58
30
Fax.: ( 0511) 288 09 13
Internet:
Homepage: www.lutherisch.com
eMail: bethlehem.hannover@selk.de
Kirchenleitung der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche:
Schopenhauerstraße
7
30625 Hannover
Postanschrift: Postfach
69 04 07,
30613 Hannover
Tel.: ( 0511) 55 78
08
Fax.: ( 0511) 55 15 88
Internet:
Homepage: www.selk.de
eMail: selk@selk.de
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LITERATUR
Burkhardt, Helmut/ Swarat,
Uwe (Hrsg.):
EVANGELISCHES LEXIKON FÜR
THEOLOGIE UND GEMEINDE,
Bd. 3, Wuppertal-Zürich
1994, S. 1824f
Die Selbständige Evangelisch-Lutherische
Kirche (SELK):
EINE INFORMATIONSSCHRIFT,
4. überarb. Aufl.,
Hannover 1995
(erhältlich bei der
Kirchenleitung)
Uecker, Konrad (Hrsg.):
KIRCHE AUF FESTEM GLAUBENSGRUND.
FAST ALLES ÜBER DIE
SELBSTÄNDIGE EVANGELISCH-LUTHERISCHE KIRCHE,
3. Aufl., Groß Oesingen
1995
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