RELIGIONEN IN HANNOVER
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Russisch-Orthodoxe Kirche Ausland

SERAPHIM KORFF 
 
Die Orthodoxe Kirche
Geschichte der Russisch-Orthodoxen Kirche
Die Russisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland
Russisch-Orthodoxe Kirche im Ausland (ROKA)
Gottesdienst
Friedensverständnis
Kontaktadresse
Literatur
  Christ-Geburt-Kirche in der Markuskirche 
 Foto: Ewald Wirth, 2002
DIE ORTHODOXE KIRCHE

Die Orthodoxe Kirche versteht sich als die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die von Christus begründet, auf dem Zeugnis der Apostel beruhend, bis zum Schisma von 1054 als die alleinige christliche Kirche ungeteilt in der damaligen Ökumene bestanden hat. Das Wort „orthodox“ bedeutet: rechter Glaube und rechter Lobpreis. Damit soll ausgedrückt werden: der richtige Glaube offenbart sich in der richtigen Lobpreisung Gottes oder: der richtige Lobpreis geht aus dem richtigen Glauben hervor.

Diesen richtigen Glauben, diesen richtigen Lobpreis trägt die Orthodoxe Kirche über die Jahrhunderte hinweg unversehrt und unverändert weiter durch Tradition und apostolische Sukzession.
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GESCHICHTE DER RUSSISCH-ORTHODOXEN KIRCHE

Der Hl. Germanos nannte die Orthodoxe Kirche - „Himmel auf Erden“ - eine Begegnungsstätte des Himmlischen und des Irdischen.

So müssen es die Boten des Kiever Fürsten (und späteren Heiligen) Vladimir empfunden haben, als sie den orthodoxen Gottesdienst in Byzanz kennenlernten. Sie beschlossen ihren Bericht darüber mit den Worten: „wir wissen, daß Gott dort mit den Menschen ist. Ihr Gottesdienst ist besser als der aller Länder, denn wir können seine Schönheit nicht vergessen“.

So kam das orthodoxe Christentum aus Byzanz in die Kiever Rus, ein Ereignis, das im Jahre 1988 als Tausendjahrfeier der Taufe Rußlands festlich begangen wurde.

Es gehört zum Wesen der Orthodoxen Kirche, die Einheit in der Vielfalt zu bejahen. Und so war es für die Kirche von Byzanz seit den Tagen der Heiligen Kyrill und Method selbstverständlich, daß das „neugetaufte“ Land Glauben und Gottesdienst in seiner slavischen Muttersprache empfangen durfte, damit der Glaube sich verwurzeln konnte.

Russische Orthodoxie entwickelte in den Jahrhunderten ihren eigenen unverwechselbaren Stil in Kirchengesang und Frömmigkeit. Das taten auch die anderen orthodoxen Volks- und Landeskirchen. Alle aber vereint der gleiche Glaube, der gleiche Ritus, die gleiche Kirchenverfassung.
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DIE RUSSISCH-ORTHODOXE IN DEUTSCHLAND

In Deutschland entstanden erste Russisch-Orthodoxe Kirchen im 18. Jahrhundert. Sie waren entweder Botschaften angegliedert oder wurden als Hauskirchen in verschiedenen Residenzen eingerichtet infolge verwandtschaftlicher Beziehungen zahlreicher deutscher und russischer Adelsfamilien. 

Mit der Entwicklung der Kurbäder im 19. Jahrhundert wuchs auch die Zahl der russischen Kurgäste, die nach seelsorglicher Betreuung verlangten. Es wurden russische Kirchen in zahlreichen Kurorten gebaut.

Das Ende des zweiten Weltkrieges brachte Zehntausende russischer Emigranten nach Deutschland. So gab es nach 1945 in Westdeutschland 150 russisch-orthodoxe Gemeinden, betreut von 200 Priestern. In den folgenden Jahren sanken diese Zahlen kontinuierlich infolge der Auswanderungen in die Neue Welt.

Seit 1945 besteht auch die russisch-orthodoxe Gemeinde in Hannover.
Wie die meisten russisch-orthodoxe Gemeinden in den alten Bundesländern, gehört auch die hannoversche Gemeinde zur Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland (ROKA).
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RUSSISCH-ORTHODOXE KIRCHE IM AUSLAND (ROKA)

Die ROKA entstand im Jahre 1920, als aufgrund eines Dekrets des damaligen Patriarchen Tichon jene Teile der russischen Kirche, die aufgrund der politischen Wirren der Zeit, ohne Verbindung zur kirchlichen Leitung standen, eine eigene oberste kirchliche Verwaltung einzurichten aufgefordert wurden. Diese „Oberste Kirchenverwaltung“ befand sich zunächst in Konstantinopel, heute in New York.

Während der 70-jährigen Verfolgung und Unterdrückung der Kirche in der russischen Heimat, wurden kirchliches Brauchtum, Pflege der monastischen Ideale und religiöse Erziehung weitgehend nur noch in der ROKA verwirklicht. Und auch dies nur unter schwierigen Bedingungen.
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GOTTESDIENST

Die Kirche als Ort, wo der Gottesdienst stattfindet, ist nach orthodoxem Verständnis ein heiliger Ort. Dort wird die Gegenwart Gottes erlebt. Auch in diesem Sinne verstehen die heiligen Väter die Kirche als „Himmel auf Erden“, unabhängig von architektonischer Vollkommenheit oder Mangelhaftigkeit.

Kultus und Dogma bilden im orthodoxen Ritus eine Einheit, so daß man sagen kann, Gottesdienst ist gefeiertes Dogma. Also Gegenwärtigsetzung der Heilstaten Gottes in Wort und Gesang und Ritus. Wenn auch die eigentliche Wortverkündigung zurücktritt, so wird doch der Gottesdienst für die Teilnehmenden zu einer eindringlichen Katechese. Dies geschieht am sinnfälligsten in der göttlichen Liturgie (Eucharistie), als symbolischer Vergegenwärtigung des Erlösungswerkes Christi, angefangen von Seiner Geburt, bis zu Seiner Verherrlichung zur Rechten des Vaters.

Ziel aller religiösen Bemühungen ist die Verklärung des Seins, im Sinne der Worte des hl. Athanasios: Christus wurde Mensch, damit wir vergottet würden.
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FRIEDENSVERSTÄNDNIS

Wenn in der Kirche immer wieder „um den Frieden der Welt und den Wohlbestand der heiligen Kirchen Gottes“ gebetet wird, so auch deshalb, weil Frieden der Zustand ist, in dem der Mensch Raum und Möglichkeit für seine religiösen Bemühungen am ehesten finden kann.

Vorbedingung für den äußeren „Frieden der Welt“ ist jedoch immer der innere Friede, der Friede mit Gott. Von diesem Frieden sprach der Gesang der Engel von Bethlehem. Wenn wir ohne den inneren Frieden (mit Gott) den äußeren Frieden (der Welt) suchen, dann suchen wir Früchte auf einem entwurzelten Baum.
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KONTAKTADRESSE

Alexej Gurjanov: AGurjanov@t-online.de
Russisch-Orthodoxe Christ-Geburt-Kirche:
Die Gottesdienste finden z.Zt. in der Krypta der Serbischen Kirche (Mengendamm 16 C) statt.
Die Gemeinde zieht bald in das neue Gebäude in Hannover-Vahrenwald um.

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LITERATUR

Heitz, Sergius, Erzpriester (Hrsg.):
MYSTERIUM DER ANBETUNG,
Köln 1986

Gogol, Nikolaj: 
BETRACHTUNGEN ÜBER DIE GÖTTLICHE LITURGIE,
Würzburg 1989 
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letzte Aktualisierung: 25. März 2007

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E-mail: ewirth@religionen-in-hannover.de
Ansprechpartner: Dipl.-Theol. Ewald Wirth M.A.