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Deutschsprachiger Muslimkreis
Hannover
SAMI KHAIRY
| Krieg
und Frieden im Islam |
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"Unser
Herr, lass unsere Herzen nicht abweichen, nachdem Du uns rechtgeleitet
hast und gewähre uns von Dir her Barmherzigkeit, Du bist ja der Gewährende."
(3, 8)
KRIEG UND FRIEDEN im ISLAM?
Zu dem Thema Krieg und Frieden
im Islam möchte ich kurz auf folgende Punkte eingehen:
-
Was sagt der Islam zu Krieg
und Frieden ?
-
Islam heißt Friedenmachen
-
Und was ist dann Dschihad?
-
Es gibt kein blinder Pazifismus
-
Islam gegen Glaubenszwang
-
Islam gegen Unterdrückung
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Kein anderer Krieg
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Friedensicherung
-
Notwehr JA
-
Frieden und Gerechtigkeit herstellen
-
Die Menschenrechte und deren
Beziehung zum DSCHIHAD
-
Wie steht Islam zur Gewalt,
Terror und zu Selbstopferung im Kampf ?
-
Grundsätze über Krieg
und Frieden im Islam
-
Die Bezeichnungen muslemische
oder islamische Extremisten
.
WAS SAGT DER ISLAM ZU KRIEG UND FRIEDEN?
Die Welt wird seit Beginn
der Menschheitsgeschichte von Kriegen erschüttert.
Kriege sind schlimmer als
jede Naturkatastrophe.
Diese Frage, Was ist
Krieg und Frieden im Islam? beschäftigt gerade heutzutage viele
Menschen.
Darauf eine zutreffende,
sachliche Antwort zu erhalten, ist nicht leicht. Das Wort Islam ist in
aller Munde, ebenso der Krieg. Fast automatisch stellt sich
da eine Verbindung her. Viele Politiker, Medien und so genannte Nahost-Experten
tun ein Übriges, indem sie Ängste schüren vor dem Islam
und seinem „Heiligen Krieg“.
( Im Koran Sure 13:
11 ) „ Gewiss GOTT , der einzige Gott , ändert
die Lage eines Volkes nicht , ehe sie nicht selbst das ändern
was in ihren Herzen ist . „
ISLAM HEISST FRIEDENMACHEN
Zwar redet heutzutage fast
jeder vom Islam, doch weiß kaum jemand, was das Wort in Wirklichkeit
bedeutet. Für die meisten Menschen ist es einfach der Name einer Weltreligion.
Darüber aber, dass schon der Name das Wesentliche über diesen
Glauben mitteilt, macht man sich meist keine Gedanken. Dabei beruht gerade
auf dieser Unkenntnis der wirklichen Bedeutung des Wortes Islam wohl der
größte Teil der Vorurteile und Missverständnisse, die dem
Islam entgegengebracht werden.
Das Wort Islam, ins Deutsche
übertragen, bedeutet: Friedenmachen. Der Islam versteht sich als die
Religion und Lebensweise des Friedenmachens. Das Friedenmachen,
wie schon der Name sagt, ist das Programm des Islam.
Der Islam will Frieden machen
in allen Bereichen, die für den Menschen von Bedeutung sind.
Der Mensch soll Frieden
machen mit Gott , mit sich selbst, und mit seinen Mitmenschen.
Der Muslim, d.h. „einer, der Frieden macht , bedeutet Keine Anschläge
und Keinen „Heiligen Krieg“ zu verüben.
Wie passt das zusammen das
Muslim sein und dem „Heiligen Krieg“? Die Antwort
darauf ist sehr einfach: Der
„Heilige Krieg“ hat nichts mit dem Islam zu tun.
Dieser Begriff kommt im
Koran, der Heiligen Schrift des Islam, überhaupt nicht vor.
Er ist dem Islam fremd. Ursprünglich stammt dieser Begriff wohl aus
dem Mittelalter, der Zeit der Kreuzzüge, als man im christlichen Abendland
aufrief zu einer Kriegsfahrt in den Orient, auch damals gegen den Islam
und die Muslime. Das nannte man einen „Heiligen Krieg“.
Wie wir heute wissen, waren
diese Kreuzzüge alles andere als „heilig“. Kaum jemand im Abendland
würde sich heute noch mit jenem Missbrauch von religiösen Gefühlen
der Menschen identifizieren wollen. Aber der Begriff des „Heiligen
Krieges“ hat sich erhalten.
UND WAS IST DANN DSCHIHAD?
Dies ist die nächste
Frage, die sich hier anschließt. Nun gut, wird man vielleicht
sagen, der „Heilige Krieg“ steht so nicht im Koran, aber den Dschihad,
den gibt es doch, und ist das denn nicht dasselbe?
Nein, es ist nicht dasselbe!
Dschihad ist ein Wort aus dem Koran, aber es bedeutet weder „heilig“ noch
„Krieg“. Am besten drückt man es im Deutschen so aus: „etwas
mit ganzem Einsatz tun“, oder „sich voll und ganz einsetzen“. So
ist eigentlich alles, was ein Muslim (einer, der Frieden macht) „mit ganzem
Einsatz“ tut: Dschihad.
Sein Eintreten für
Frieden und Gerechtigkeit wären ohne Dschihad, d.h. ohne ganzen Einsatz,
nur halbherzig und unaufrichtig.
Der Prophet Muhammad (s) hat gesagt:
„Der beste Dschihad ist,
das Wort der Wahrheit (und des Rechts) vor einem ungerechten Herrscher
oder gegen Staats-Terrorismus zu sprechen.“ Man sieht an dieser Aufforderung
sehr deutlich, welche Art von „ganzem Einsatz“ hier gemeint ist:
die persönliche Überwindung von Angst, Eigeninteresse und Egoismus.
Dieser Dschihad ist auch
ein Kampf - und zwar ein Kampf gegen das eigene Ich.
So wird dem Propheten Muhammad
(s) der Ausspruch zugeschrieben, als er einmal mit seinen Gefährten
von einem Feldzug zurückkehrte: „ Wir kehren zurück vom kleinen
Dschihad zum großen Dschihad.“ Den Kampf mit der Waffe bezeichnete
er also im Vergleich mit dem Kampf gegen das Ich als den kleineren Einsatz.
Das sollte man im Blick behalten, wenn man über Krieg und Frieden
im Islam spricht.
Es gibt - KEIN BLINDER PAZIFISMUS
Der Islam vertritt keinen
blinden Pazifismus, d.h. er verlangt von seinen Anhängern nicht, das
eigene Leben oder die Menschen, für die man verantwortlich ist, dem
Prinzip einer absoluten Gewaltfreiheit zu opfern. Der Koran
sagt in Sure (2:216): „Euch ist der Kampf vorgeschrieben, und er ist euch
zuwider, und es ist möglich, dass euch etwas zuwider ist, das gut
für euch ist, und es ist möglich, dass euch etwas lieb ist, was
schlecht für euch ist, und Gott weiß, aber ihr wisst nicht.“
Damit erkennt der Koran
wohl an, dass die gewalttätige Auseinandersetzung in der Regel unerwünscht
ist, aber er untersagt sie nicht völlig, sondern stellt klare Grundsätze
für Gewaltandrohung, Gewaltanwendung und Gewaltverzicht auf.
Islam GEGEN GLAUBENSZWANG
Der Kampf, der dem Muslim
in der obigen Koranpassage vorgeschrieben ist, hat ein klar umrissenes
Ziel. Es ist der Kampf gegen Zwang im Glauben und für
die Freiheit des Bekenntnisses zu Gott.
Gott sagt im Koran (2:256) : „ Es gibt Keinen Zwang im Glauben - das rechte
Handeln und das Fehlgehen sind schon klar unterschieden.“
Ein deutlicheres Bekenntnis
zur religiösen Toleranz findet man in keiner heiligen Schrift.
Der Muslim hat den Auftrag,
dieses Menschenrecht der Freiheit des Bekenntnisses zu Gott in jedem Fall
zu schützen, notfalls auch mit Gewalt, selbst wenn damit manche bestehende
Konvention gebrochen werden muss - wie im alten Arabien der „heilige Monat“,
in dem der Kampf an sich verboten war: In Sure (2:217)
„ Sie fragen dich nach dem heiligen Monat, dem Kämpfen darin. Sag:
‚ Kämpfen darin ist schlimm, doch Abhalten von Gottes Weg und Ihn
leugnen und (Abhalten von) der Heiligen Moschee und ihre Leute von dort
vertreiben, ist schlimmer bei Gott, und die Zwietracht ist schlimmer als
der Kampf. Und sie hören nicht auf, euch zu bekämpfen,
bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig gemacht haben, wenn sie das
können ...’“
Dies ist der Zusammenhang,
in welchem der Koran den Kampf nicht nur erlaubt, sondern sogar vorschreibt.
Der Muslim hat nicht nur das Recht, sondern er hat die Pflicht, die Freiheit
des Bekenntnisses zu Gott auch mit Gewalt zu verteidigen gegenüber
denjenigen Feinden, die ihrerseits den gläubigen Menschen hindern,
nach Gottes Weg zu leben, an Ihn zu glauben, Seine Gebetsstätten zu
besuchen und sich dort in Frieden aufzuhalten.
All diese Vergehen gegen die Menschenrechte bezeichnet der Koran an anderen
Stellen zusammenfassend mit dem Begriff Suulm, d.h. Unterdrückung
und Gewalttätigkeit.

Islam GEGEN UNTERDRÜCKUNG
Der Kampf gegen den Glaubenszwang
ist zugleich ein Kampf gegen Gewalttätigkeit und Unterdrückung.
Deshalb zeigt der Koran an einer anderen Stelle diesen Zusammenhang auch
unmissverständlich auf in Sure (4:75) : „ Und was ist mit euch
dass ihr nicht auf Gottes Weg kämpft und für die Unterdrückten
von den Männern und den Frauen und den Kindern, die sagen: ‚ Unser
Herr, bring uns heraus aus dieser Stadt, deren Leute Tyrannen sind, und
gib uns von Dir aus einen Beschützer, und gib uns von Dir aus einen
Helfer ?
Der Muslim darf nicht nur,
sondern er muss eintreten für den Schutz der Menschen, die Gott um
Hilfe gegen die Tyrannei anrufen. Das nennt der Koran den „
Kampf auf Gottes Weg“. Den Kampf für „weltliche“ Ziele hingegen
lehnt der Islam strikt ab.
KEIN ANDERER KRIEG
Ebenso unmissverständlich
wie der Koran den Kampf gegen Glaubenszwang und Unterdrückung befiehlt,
verbietet er auch jeder Krieg, der aus anderen Gründen geführt
wird, sei das politische Macht, wirtschaftlicher Einfluss, Bodenschätze,
National- oder Rassenstolz und was auch immer vorstellbar ist.
All dies bezeichnet der
Koran mit dem Sammelbegriff der „Güter dieser Welt“.
Dem Diesseits steht nach
islamischer Auffassung das Jenseits, das Leben nach dem Tod, gegenüber
in Sure (87:17) : „ Und das Jenseits ist besser und bleibender.“
Der Muslim richtet sein
Verhalten – auch im Kampf -
deshalb nicht nach dem
„Gütern dieser Welt
“ aus.
Der Koran untersagt ihm
das mit den Worten in Sure (4:94) : „ Ihr Gläubigen, wenn ihr auf
Gottes Weg auszieht, dann schafft Klarheit und sagt nicht zu dem, der euch
Frieden anbietet: ‚ Du bist kein Gläubiger ’, - und ihr erstrebt (dabei
nur) die Güter des Lebens dieser Welt, und bei Gott ist vielfältiger
Gewinn, (genau) so wart ihr früher, dann war Gott gütig zu euch,
also schafft Klarheit, Gott kennt, was ihr tut.“
Mit anderen Worten : Wer
als gläubiger Mensch Krieg aus anderen als den von Gott erlaubte Gründe
führen würde, handelt so wie früher, d.h. Unglaube und Verbrechen.
Der Muslim muss anders sein,
denn sein Auftrag ist Friedenmachen. Streit und Krieg um die Güter
dieser Welt aber bringen keinen Frieden.
Deshalb rät der Koran zu bestimmten Wegen, den Krieg zu verhindern
und den Frieden zu sichern.
FRIEDENSSICHERUNG
Der Koran nennt vier Prinzipien
zur Friedenssicherung und Kriegsverhinderung.
Diese könnte man auch
als Grundsätze der islamischen Friedenserziehung nennen.
Als erstes vertritt der
Koran das schon genannte Prinzip „Kein Zwang im Glauben“.
Das Eintreten für die Freiheit der Menschen, sich zu Gott zu bekennen,
ist sein Fundament der Friedenssicherung.
Zweitens stellt der
Koran den Krieg unter die härteste Bestrafung und ruft die schlimmen
Folgen davon ins Bewusstsein der Menschen wie im Quran (5:34) :
„Die Vergeltung für
diejenigen, die mit Gott und Seinem Gesandten Krieg führen und im
Land Verderben stiften, ist, dass sie getötet oder gekreuzigt werden
und dass ihre Hände und ihre Füße wechselseitig abgeschlagen
werden, oder sie aus dem Land verbannt werden; dies ist ihre Vergeltung
in dieser Welt, und im Jenseits ist für sie schmerzliche Strafe (bestimmt).“
Nach dieser Aussage des
Korans ist also die Kriegsanzettelung mit der Todesstrafe oder zumindest
der Verbannung bedroht. Dadurch soll der Krieg verhindert werden.
Drittens verlangt der Koran
von seinen Gläubigen Friedenssicherung nicht nur durch Worte, sondern
durch erkennbare Maßnahmen, die jedermann klarmachen, dass diese
Ziele des Eintretens gegen Glaubenszwang und Tyrannei und für die
Sicherung des Friedens nicht nur proklamiert werden, sondern auch gegen
jede Bedrohung geschützt werden können wie in Sure (8:60)
: „ Und rüstet gegen sie, wozu ihr imstande seid, an Streitmacht
und den Streitrossen, damit ihr die angreifende Feinde Gottes und eure
Feinde einschüchtert, und andere außer ihnen, die ihr nicht
kennt.“
Das Ziel dieser Maßnahme
ist eindeutig angesprochen: Es geht um die Verhinderung des Krieges.
Viertens erwähnt
der Koran an verschiedenen Stellen das Abschließen von Verträgen,
die dazu führen, dass keine Kriege geführt werden. Ein solcher
Vertrag gilt nur dann nicht mehr, wenn der Vertragspartner ihn gebrochen
hat. In diesem Fall wird der Muslim das nicht hinnehmen, weil der Koran
ihn aufträgt wie in Sure (9:12) :
„ Und wenn sie ihre Eide
nach ihrem Vertrag gebrochen haben und euch wegen eurer Religion schmähen,
dann kämpft gegen die Anführer des Unglaubens - für sie
gibt es keine Eide, vielleicht lassen sie (dann) ab.“
Auch hier wird noch einmal
deutlich, dass im Mittelpunkt der islamischen Lehre von Krieg und Frieden
der Schutz der Freiheit des Bekenntnisses zu Gott steht.
JA zur NOTWEHR
Schließlich sind auch
die Gebote des Korans, einen Krieg nicht zu beginnen und ihn baldmöglichst
zu beenden, wesentliche Mittel der Friedenssicherung. Der Muslim hat das
Recht der Selbstverteidigung, wenn er angegriffen wird.
Aber er hat ebenso
die Pflicht, den Kampf auch
zu beenden, wenn der Feind ihn einstellt. Die Haltung des Muslims, was
den Krieg betrifft, ist also immer eine Erwiderung auf das, was ihm geschieht
wie Im Sure (2: 190) : „ Und bekämpft diejenigen auf Gottes Pfad,
die euch bekämpfen und übertreten nicht (Gottes Grenzen). Gott
liebt die Übertreter nicht.
Und wenn sie aufhören
- Gott ist verzeihend und barmherzig, und bekämpft ihre Angeriffe,
bis es keine Zwietracht mehr gibt und die Religion Gottes ist. Und wenn
sie aufgehört haben, dann (gibt es) keine Feindschaft, außer
gegen die Ungerechten.“
Hier sind auch noch einmal
die einzigen erlaubten Kriegsgründe genannt:
Selbstverteidigung gegen
Angriff und Vertreibung, d.h. Suulm ( Unterdrückung, Tyrannei
) und Freiheit des Bekenntnisses zu Gott, d.h. „ bis die Religion Gottes
ist. “ Noch eindeutiger heißt es im Koran (22:39) : „ Es ist denen
erlaubt, zu kämpfen, weil ihnen Unrecht geschah, und Gott ist ihnen
zu helfen schon imstande, diejenigen, die Herhausgetrieben wurden
aus ihren Häusern, ohne Recht nur weil sie sagten : ‚ Unser Herr ist
Gott ’ - und würde Gott nicht die einen Menschen durch die anderen
im Zaum halten, wären
gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen
niedergerissen worden, worin den Gottes Namens viel gedacht wird .“
FRIEDEN UND GERECHTIGKEIT HERSTELLEN
Im Übrigen weist der
Koranvers (2: 193) „ Und wenn sie aufgehört haben, dann (gibt
es) keine Feindschaft, außer gegen die Ungerechten“
Die Muslime haben auch nach
dem Kampf, wie schon zuvor, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten.
Diese Friedensbereitschaft fordert der Koran in jedem Fall wie im Sure
(8: 61) : „ Und wenn sie dem Frieden zugeneigt sind, dann seid (auch) ihr
ihm zugeneigt und vertraut auf Gott ...“
Der Koran zwingt den Menschen
nicht, den Islam anzunehmen. Die Ungläubige haben
eine Steuer (Gisja) zu zahlen, weil die Muslime für sie den Schutz
gewähren und die Muslime Kämpfen für sie gegen jegliche
feindliche Angriffe .
Die Menschenrechte und deren Beziehung
zum DSCHIHAD
Gott ist der absolute und
einzige Herr der Menschen und des Universums. Er ist der höchste
Herr , der Erhalter , der Barmherzige, dessen Barmherzigkeit alle Geschöpfe
umschließt ; Er gab jedem Menschen menschliche Würde und Ehre
und hauchte in ihn von seinem eigenen Geist ein .
Es folgt daher , das die Menschen vereint in Ihm und durch Ihn , und abgesehen
von ihren anderen menschlichen Eigenschaften - im wesentlichen gleich
sind , und keine handfesten und tatsächlichen Unterschiede können
zwischen ihnen gemacht werden aufgrund solcher Unterschiede wie Nationalität
, Hautfarbe oder Rasse .
Jeder Mensch ist deshalb
mit allen anderen Menschen verwandt und alle bilden eine einzige Gemeinschaft
der Brüderlichkeit in ihrer ehrenhaften, erfreulichen Dienst zu dem
sich erbarmenden Herrn der
Himmel, der Erde und was in ihnen ist.
In solch einem würdigen
Rahmen steht das islamische Bekenntnis der Einheit Gottes dominierend und
zentral, und notwendigerweise bringt es die Vorstellung von der
Einheit der Menschheit und
der Brüderlichkeit der Menschen mit sich.
Der Islam setzt einige allgemeingültige
Grundrechte für die Menschheit als Ganzes
fest, die unter allen Umständen
eingehalten und geachtet werden müssen,
unabhängig davon, ob
der Mensch innerhalb oder außerhalb des Territoriums des islamischen
Staates lebt, und unabhängig davon , ob er sich mit dem Staat im ,
Friedens- oder Kriegszustand
befindet .
Gott befiehlt den Gläubigen
im Koran Sure 5 : 8: „ O ihr die ihr glaubt steht fest
wenn ihr als Zeugen auftretet in Gerechtigkeit für Gott,
und lasst euch durch den Hass gegen Leute nicht zur Ungerechtigkeit verleiten.
Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. „
Frieden und Gerechtigkeit
findet man, indem man sich Gottes Gesetzen in diesem Universum unterordnet.
Denn der Mensch ist ein Teil dieses Universums.
Das mächtige, allumfassende
Gesetz, das alles lenkt, was das Universum einschließt, vom winzigsten
Staubkörnchen bis zum Milchstraßensystem ist das Gesetz Gottes,
des Schöpfers und Erhalters. Um Gott
zu gehorchen, darf ein Muslim weder Menschen, noch Umwelt, noch Tiere stören.
Da ein gläubiger Muslim den Frieden in sich hat und in diesem Frieden
ruht, hat er keinerlei Bedürfnisse diesen Frieden zu zerstören,
sei es in seiner Umgebung oder in der Umwelt oder irgendwo.
Eine ISLAMISCHE NATION ordnet
sich Gottes Gesetzen unter.
Gottes Gesetze werden dort
in der SCHARIA umgesetzt, die die Menschenrechte verwirklicht und verteidigt.
Diese sind:
1. SICHERHEIT DES
LEBENS UND EIGENTUMS
Der Prophet sagte: Euer Blut, euer Eigentum und eure Ehre sind unantastbar.
2. SCHUTZ DER
EHRE
Sure 49, Vers 11 - 12
3. UNANTASTBARKEIT
und Sicherheit des Privatlebens
(49:12,24:27)
4. SICHERHEIT DER
PERSÖNLICHEN FREIHEIT
(13: 11)
5. KEINE TYRANNEI und
das Recht dagegen zu Protestieren
(4:148)
6. Freiheit der MEINUNGSÄUSSERUNG
und die Freiheit zu organisieren (9:105/6:135)
7. FREIHEIT DES
GEWISSENS UND DER ÜBERZEUGUNG
(S 2, V 256)
8. SCHUTZ DER
RELIGIÖSEN GEFÜHLE
(5: 69 / 6: 48)
9. SCHUTZ VOR
WILLKÜRLICHER HAFT
(Sure 17, Vers 15)
10. DAS RECHT
AUF DIE GRUNDBEDÜRFNISSE DES MENSCHEN
(S 51,V19)
11. GLEICHHEIT VOR
DEM GESETZ GOTTES
(5: 42)
12. DAS RECHT
AN STAATSANGELEGENHEITEN TEILZUNEHMEN
(42: 38)
13. GERECHTIGKEIT IN
ALLEN BEREICHEN
(4: 135)
Sollte ein islamischer Staat
verwirklicht sein, der sämtliche Gesetze Gottes umsetzt, so darf bei
der Verletzung eines dieser Gesetze der Dschihad ausgerufen werden.
Da es aber zurzeit auf dieser
Welt keinen islamischen Staat gibt, der den Gesetzen Gottes, der Scharia
bedingungslos gehorcht, ist zur Zeit auch niemand berechtigt zum Dschihad
auszurufen.
DSCHIHAD ist weniger Kriegerische
Auseinandersetzung als vielmehr der Kampf gegen sich
selbst und den Unfrieden in sich selbst .
Der höchste DSCHIHAD ist
der KAMPF gegen die eigne Triebseele.
Die Aneignung islamischen
Wissens, das Sich-Bemühen auf dem Weg Gottes, Gebete, Proteste, ja
sogar Demonstrationen gehören genauso zum Dschihad. Wie man
also sehen kann, gehört der Dschihad nicht zu den 5 Grundsäulen
des Islam, wie fälschlicherweise angenommen wird, sondern ist Bestandteil
des islamischen Verhaltens.
Selbst in Verteidigungs-Kriegszeiten
ist es Muslimen nicht gestattet, jemanden zu töten, der nicht in direkte
Konfrontation mit ihnen verwickelt ist. Sie dürfen keine Frauen, alten
Menschen und Kinder, noch nicht einmal einen Mönch in seiner Klause
töten oder die Natur beschädigen.
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Wie steht Islam zur Gewalt, Terror und
zu Selbstopferung im Kampf ?
„Der Islam, die Religion
der Toleranz, schätzt die menschliche Seele sehr hoch ein und beurteilt
Angriffe gegen unschuldige Menschen als schwere Sünde.
Wie aus dem Qur’an
Sure 5 Vers 32: Wenn jemand einen Menschen
tötet (...), so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet;
und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so ist es, als hätte
er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.
Einige Leute sagten: „O
Gesandter Gottes ! Wer lebt den Islam am besten?“
Er antwortete: „Derjenige,
vor dessen Zunge und Hand man sicher ist.“ (Bukhârî)
Der Gesandte Gottes verbot
das Töten von Frauen und Kindern.“
Der Prophet (s) wurde über
die größten Sünden gefragt und er antwortete :
„(Es sind): Die Beigesellung
Gottes (Schirk), das Ungütigsein gegen die Eltern,
die Tötung eines Menschen
und das falsche Zeugnis.“
(Bukhârî)
Was sagt der Islam zum Kampf ?
Der Quran lehrt uns
zwei Begriffe:
Der erste Begriff ist
„ Kittal „ im Sinne vom Kämpfen Man gegen Man auch mit
Waffen und zu meiner Überraschung gibt es diesem Ausdruck
im ganzen Quran in diesem Sinne nur einmal. Kämpfen ist
nur zur Selbstverteidigung, und zur Verteidigung der jenigen, die gewaltsam
aus ihren Heimstätten vertrieben worden sind. Genauso
ist die Verteidigung gegen Angriffe von Außen erlaubt.
Das bedeutet ganz einfach
Kampf ist nur nach dem gewaltsamen Angriff eines Anderen möglich.
Für diesen Kampf sind
strenge Regeln festgelegt, zu denen die folgenden Verbote gehören,
Zivilpersonen zu schaden und Feldfrucht, Blumen und Vieh zu vernichten.
Diese einzige Stelle im
Koran ist Sure 2 Vers190 liest man: „ Und kämpft mit denjenigen
auf dem Weg Gottes, die mit euch kämpfen, und übertreibt nicht,
Gott liebt ja nicht die Maßlosen.“
(auf dem Weg Gottes
bedeutet hier kämpfen nicht aus persönlichem Hass, wirtschaftlichen
Ziele oder aus Rache und nur kämpfen, um den Frieden wieder
herzustellen.)
Gott betont, dass das Kämpfen
nur mit dem Ziel, den Frieden wieder zu erlangen In (Sure 8
Vers 61) liest man : „ Und wenn sie dem Frieden zugeneigt sind,
so seid ihr ihm zugeneigt und vertraut auf Gott, Er ist ja , Er, der Hörende,
der Wissende. „
Krieg heißt im Arabischen
„ Kittal „ ist darum die letzte Möglichkeit und unterliegt strengen
Bedingungen nach dem heiligen Gesetze des Islams.
Der oft missverstandene
und übermäßig gebrauchte Ausdruck Dshihad ( ist 41
Mal im Quran vorhanden ) ist der zweiter Ausdruck im Quran
bedeutet wörtlich „ ganzer Einsatz. Er drückt das ständige
Bemühen um den Glauben und ein moralisches Handeln aus“ Und
bedeutet nicht „ Heiliger Krieg „ oder „ der Krieg ist geheiligt“.
(Dieser Ausdruck steht nirgends wo im Koran und auch nicht einmal im entfernten
Sinne).
Wie auch In Matthäus
10 : 34 sagte Jesus : ich bin nicht gekommen um den Frieden zu bringen
sondern des Schwertes.
Grundsätze über
Krieg und Frieden im Islam
In einer Islamischen Nation
sollten unbedingt folgende zusammengefasst wichtigste Grundsätze über
Krieg und Frieden im Islam verwirklicht sein: -
Dies sind
-
Schutz vor Glaubenszwang
-
Schutz vor Unterdrückung
und Tyrannei
-
Einsatz für Freiheit und
Menschenrechte
-
Verbot jedweder sonstigen Waffengewalt
-
Bemühen um Friedenssicherung
-
Verbot des Angriffs
-
Erlaubnis der Notwehr
-
Friedenmachen auf allen Ebenen
Der Quran gibt uns noch
weitereVerhaltensregeln in diesem Zusammenhang Sure 9: 6 „ Und wenn
einer der Götzendiener bei dir Schutz sucht, dann gewähre ihm
Schutz
Auch im Quran Sure
10: 99 „ Und wenn dein Herr gewollt hätte, würde die, die auf
die Erde sind, alle zusammen gläubig werden. Willst du also die Menschen
dazu zwingen, Gläubig zu werden. „
Und in Sure ( 29: 46) „ Und
streitet nicht mit dem Volk der Schrift(Christen , Juden oder Andere) ;
es sei dann auf die beste Art und Weise; doch (streitet überhaupt
nicht) mit denen von ihnen.“
Auch in Sure 25.63 „ Und
die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die in angemessener Weise
auf Erden wandeln; und wenn die Unwissenden sie anreden sprechen
sie: „ Friede „.
1. Der Islam verbietet, Gewalttaten
auf unschuldige Menschen zu verüben.
2. Der Islam ist die Religion
der Gerechtigkeit.
3. Der Islam gewährt
jedem die Glaubensfreiheit.
Die Bezeichnungen muslemische
oder islamische Extremisten ist jedoch unzutreffend, weil die «Religion
den Extremismus ja nicht auferlegt»
Osama bin Laden wird mal
als extremistischer Islamit, mal als Moslemterrorist bezeichnet. Die Moslems
selbst verwenden solche Begriffe für Strömungen innerhalb ihrer
Religion nicht. Deshalb haben sie das Gefühl, dass ihnen die Wortschöpfungen
aufgezwungen werden. Es werden folgende Ausdrücke
gebraucht FUNDAMENTALISTEN - ISLAMISMEN - TERRORISTEN - EXTREMISTISCH
Und RADIKALE .
FUNDAMENTALISTEN:
Dieser Begriff wurde vor
allem in den vergangenen zwei Jahrzehnten benutzt, wenn Religion mit Gewalttätigkeit
verknüpft war. Er hatte ursprünglich jedoch nichts mit dem Islam
zu tun, sondern mit der protestantischen Minderheit in den USA.
ISLAMISMEN:
wird verwendet für
Muslems, die den politischen Aspekt überbetonen und bei denen Gewalt
eine Rolle spielt.
TERRORISTEN:
das Kennzeichen des Terrorismus
sind seine politische Ziele und die Gewalt. In Deutschland wird mit ihm
in Verbindung die Rote Armee (RAF) verknüpft.
EXTREMISTISCH:
Der Begriff legt die potenzielle
Gewalttätigkeit nahe, religiöse Motive klingen jedoch nicht mit.
RADIKALE:
Sprachlich steht dahinter
ein Vorgehen mit großer Rücksichtslosigkeit und Härte,
das auch Gewaltbereitschaft einschließt.
Wir Muslime respektieren
Religionen und Weltanschauungen, die sich auf die Menschenrechte und das
Weltethos verpflichten, und verzichten auf Bewertungen.
Um Missverständnisse
und Verurteile über den Islam abräumen zu können, ist ein
Dialog zwischen der Religionen und Menschen notwendig. Das
Wissen voneinander verleiht uns Sicherheit und Lässt keine Ängste,
Verurteile oder Hass entstehen.
Durch diesen Dialog setzen
wir ein Zeichen gegen Gewalt und Feindlichkeit, ein Zeichen gegen Missverständnis
und Hass, ein Zeichen für Frieden und Freundschaft und ein Zeichen
für Verständnis und Liebe. Der Quran
verpflichtet die Muslime für solchen Dialog mit Anderen einzutreten.
Denn Gewalt ist Stumm : Wer immer den Dialog ablehnt, ist ein Befürworter
von Gewalt.
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