RELIGIONEN IN HANNOVER
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Buddhistischer Bund Hannover e.V.

ROTHER BAUMERT
Geschichte des Buddhistischen Bundes
Interreligiöser Dialog
Religiöses Leben
Religiöse Erziehung
Der Bund
Kontaktadressen
Literatur
           Buddha = Erleuchteter 
Foto: Ewald Wirth, 1996
Buddhastatue im Japanischen Garten,San Franzisco.

DATEN DER GESCHICHTE DES BUDDHISTISCHEN BUNDES HANNOVER E.V.

Nach gelegentlichen Zusammenkünften von Interessenten an der Lehre des Buddha zu Vorträgen seit Anfang der 50er Jahre wurde mit der Gründung des Buddhistischen Arbeitskreises Hannover am 19.10.1963 von Klaus Kasten die erste organisierte buddhistische Gemeinschaft Hannovers ins Leben gerufen. Bald darauf schloß sie sich der Deutschen Buddhistischen Union (Gründung 1955, Vorgängerorganisationen bestanden seit Ende des 19. Jahrhunderts) an. Zunächst konnten weiterhin nur regelmäßig monatliche Begegnungen in angemieteten Schulräumen abgehalten werden, bis 1967 das "Gartenhaus" auf dem Privatgrundstück des damaligen Vorsitzenden (Karl Stort) dem Verein zur Verfügung gestellt wurde. Daraufhin entwickelte sich die Gemeinschaft kontinuierlich mit festem Veranstaltungs-Programm und weltweiten Außenkontakten. Dies führte schließlich am 10.08.1979 zur Gründung des eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Vereins "Buddhistischer Bund Hannover e.V., der sich traditionsübergreifend als Forum für alle buddhistischen Schulen versteht.

Im Jahre 1988 wurde das Buddhistische Zentrum in der Drostestraße 8 auf Initiative des derzeitigen Vorsitzenden (Rother Baumert) ausgebaut und bezogen.  Im Februar 1994 hat sich das buddhistische Landzentrum "Mang Bo" in Uetze, Spreewaldseen, dem Bunddhistischen Bund Hannover angeschlossen.
Seit 1969 erscheint die Zeitschrift "Der Mittlere Weg - majjhima patipada"  (z.Z. dreimal jährlich). 

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STELLUNGNAHME ZUM INTERRELIGIÖSEN DIALOG, FRIEDENSVERSTÄNDNIS

Angesichts umfassender Verflochtenheit allen Daseins  (dynamische oder fließende Verbundenheit) ist grundlegendes Verstehen - ohne zu bewerten - gerade unter den Religionen zum friedlichen Miteinander und Gedeihen unerläßlich. Hierzu sind Kenntnisse über jede Religion und Kultur zu fördern, um damit vorrangig Gemeinsamkeiten zu erkennen und zu unterstützen (positive Toleranz), ohne bestehende Unterschiede zu verkennen. So wird es leichter, im Geiste fruchtbarer Zusammenarbeit. Frieden konkret zu entwickeln, zu praktizieren und weiter zu vertiefen.

Nach der Lehre Buddhas ist es wichtig, daß jeder Mensch seinen spezifischen/wesensgemäßen Weg (auch als Glaube) sucht und findet, selbstverantwortlich praktiziert und ständig achtsam überprüft, ohne dabei andere Menschen missionieren zu wollen. Menschen können sich letztlich nach Einsicht in ihre Individualität (Entwicklungsprozeß, Prägungen) nur selbst von der Eignung eines ("ihres") Weges überzeugen, wobei es gleichwohl sinnvoll und ratsam ist, Erfahrungsaustausch, Mitgefühl und Offenheit zu allen Mitmenschen zu pflegen. Angesichts mannigfaltiger menschlicher Verschiedenartigkeit (bei völliger Gleichwertigkeit) muß es auch verschiedene Wege geben. Diese Wege sind aber nichtsdestoweniger alle miteinander verflochten und aufeinander angewiesen. Daher sollte man sich untereinander schon zur Gewinnung eigenen (inneren) Friedens und dessen Wachstum aufgeschlossen und liebevoll begegnen.
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RELIGIÖSES LEBEN

Markante Ereignisse des religiösen Lebens im Buddhismus sind eher unscheinbar; denn es gilt für jeden einzelnen, in eigener Verantwortung und in stetem Bemühen jeden Augenblick in Achtsamkeit (Wachheit, vollem Bewußtsein) mitfühlend die selbst geprüften und eingesehenen Lebensregeln (Denk-, Gefühls- und Verhaltensweisen) der Lehre im Wechsel von Höhen und Tiefen des Alltags praktisch anzuwenden. Hier beweist sich, wie dieser Weg zur Vertiefung und Vervollkommnung vom inneren Erleben in (karmisch wirksame) Lebensgestaltung umgesetzt werden kann.

In den verschiedenen buddhistischen Traditionen gibt es dafür auch besondere Gedenktage und markante Übungsanlässe. Für alle Traditionen gemeinsam ist das Vesakhfest - in Gedenken an Buddhas Geburt, Erleuchtung und endgültigem Eintritt in die Erlösung = Nirvana - zu nennen, das überwiegend am jeweils 1. Vollmondtag des Monats Mai - bzw. im hiesigen Kulturkreis dem darauf folgenden Sonntag - gefeiert wird. Hierzu werden feierliche Veranstaltungen in den buddhistischen Zentren angeboten. Gern wird auch untereinander an weiteren Feierlichkeiten der buddhistischen Traditionen teilgenommen. 
Darüber hinaus sind vor allem Übungskurse ("Retreats", Wochen- oder Tagesseminare) über das ganze Jahr verteilt in den Programmen der Gemeinschaften als Angebote für vielfältige Schwerpunkte der Lehre herausgehobene Ereignisse. Dazu findet regelmäßiger Informationsaustausch statt.

Insofern bietet der Alltag die entscheidenden Ereignisse, die zum Übungsfeld werden, auf dem sich das selbstgeschaffene Karma bildet. Solches kann - möglichst in Gelassenheit - zunächst nur ertragen werden, um es mit daraus gewonnenen Erfahrungen ständig neu zu gestalten - das Hier und Jetzt (= fließende Gegenwart) ist damit Focus des (religiösen) Lebens, das insbesondere durch Meditationsübungen immer bewußter zu machen (gleichsam zu "feiern") ist; denn jeder Moment ist einmalig.
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RELIGIÖSE ERZIEHUNG

Schulung in der Lehre des Buddha, die sich nicht auf Glauben, sondern Einsicht und Erkenntnis (Selbstverantwortung) stützt, setzt vor allem vorbildhafte eigene Praxis und Bemühungen in Gedanken, Worten und im Verhalten voraus. Je ehrlicher und ernsthafter dies geschieht, wird es seine erzieherische Wirkung nicht verfehlen, ohne sie unbedingt zu beabsichtigen; denn solche Absicht  (als Hintergedanke)  lenkt bereits vom vorrangigen eigenen Bemühen ab. Eine derartige "Erziehungs"-Haltung schließt durchaus Anregungen und Anleitungen zum Studium der Lehre und zu gemeinsamen Übungen ein (insbesondere Meditation). Dabei gilt die Maxime, stets die Befähigung zur selbständigen Verantwortung aller Mitübenden zu erweitern, also letztlich Hinführung zur Selbsterziehung.

Grundlegend soll hier die Einsicht gefördert werden, daß ein Bewußtsein statischen Daseins (z.B. Dualismus) unweigerlich in Illusion, Täuschung und gegenseitiger Bekämpfung mündet - obwohl auch solches Denken, Fühlen usw. ebenso dynamisch abläuft, d.h. gleichwohl der Vergänglichkeit und dem Wandel unterworfen ist. Indem wir folglich zuallererst schon ein - wie auch immer gedachtes oder empfundenes - statisches (unveränderliches) "Ich" als Illusion durchschauen, wird man sich darüber zunehmend bewußt und gibt sie gern auf, befreit sich von ihrer "beengenden Fessel".
Wir erkennen und erfahren unsere fließende Einheit (Vernetzung) mit allem "anderen", dessen Schaden und Wohl untrennbar mit uns verbunden ist.

Buddhas Wegweisung:
                 ...
bei weitem heilsamer ist es,
wenn man zuversichtlichen Herzens
die Tugendregeln auf sich nimmt,
die Vermeidung von Töten, Stehlen,
geschlechtlicher Ausschweifung,
von Lügen und Rauschmitteln;

bei weitem heilsamer aber ist es,
wenn man selbst
nur soviel wie einen flüchtigen Duft
liebevoller Gesinnung erweckt;

doch bei weitem heilsamer
als all dies ist es,
wenn man die  B e t r a c h t u n g
der  V e r g ä n g 1 i c h k e i t  übt.
und wäre es nur für einen Augenblick.

Der Erwachte



Hierzu dienen vor allem regelmäßige tägliche Meditationsübungen in achtsamer Stille.

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DER BUND

Der Verein hat ca. 50 Mitglieder, darüber hinaus besteht ein Freundes- und Interessenten-Kreis von ca. 500 Personen. Jedem Mitglied ist es freigestellt, sich als "Buddhist" zu bekennen; denn auch hier geht es nicht um einen "Status", sondern um den praktisch gelebten Weg in Selbstverantwortung.

Wöchentlich regelmäßige Meditationsveranstaltungen, derzeit überwiegend in den Traditionen des "Soto-Zen" und "Theravada", auch in Verbindung mit "Hatha-Yoga" und buddhistischen Textdarlegungen mit Aussprache, finden im buddhistischen Zentrum statt; außerdem eine monatliche buddhistische Andacht (Puja - zeremonielle Vertiefung buddhistischer Lehrinhalte).
Darüber hinaus werden Meditations-Wochenendseminare in allen buddhistischen Traditionen angeboten.
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KONTAKTADRESSEN

Internet: www.buddha-hannover.de
eMail: info@buddha-hannover.de

Buddhistischer Bund Hannover e.V.
Drostestraße 8
30161 Hannover
Tel.:  ( 0511) 394 17 56
Fax.: ( 0511) 394 17 56

Vorsitzender: 
Frank Axel Rodeck
Tel. (0511) 67 37 48

Schriftführer:
Michael Schmidt
Tel. (05722) 8 17 25

Programm und interreligiöser Dialog:
Rother Baumert
Tel. (0511) 40 66 88

Yoga und Meditation:
Uwe Kickstein
Tel. (0511) 131 62 24

Bücherei, Literatur:
Dr. Robert Kringel
Tel. 0170 733 25 64

Tibetischer Buddhismus:
Bernd Weber
Tel. (0511) 47 14 09

Dachverband: 
Deutsche Buddhistische Union
Amalienstraße 71, 
80799 München 
Tel.:  ( 089) 28 01 04 
Fax.: ( 089) 28 10 53
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LITERATUR

Buddha, Gautama:
DIE VIER EDLEN WAHRHEITEN. 
TEXTE DES URSPRÜNGLICHEN BUDDHISMUS, 
hrsg. u. übertr. v. Klaus Myllus,
München 1985

Kantowsky, D.:
BUDDHISMUS, 
Braunschweig 1993 
(Kurz und dennoch umfassend werden Entwicklung der Lehre und gegenwärtige Strömungen aufgezeigt.)

Khema, Ayya:
BUDDHA OHNE GEHEIMNIS. 
DIE LEHRE FÜR DEN ALLTAG, 
Zürich 1992
(Die Theravada-Lehrerin legt auf klare, einfache Weise die Lehren des Buddha für den westlichen Menschen dar.)

Khema, Ayya:
MEDITATION OHNE GEHEIMNIS
München 1988
(Über die Notwendigkeit, den Nutzen und die Praxis der Meditation)

Kornfield, J./ Breiter, P. (Hrsg.):
EIN STILLER WALDTEICH. 
DIE ERKENNTNISMEDITATION VON AJAHN CHAH,
Berlin 1996
(Der thailändische Meditationslehrer spricht in einfachen Worten über die grundlegenden menschlichen Probleme und das Herz buddhistischer Meditation)

Nyanatiloka:
DER WEG ZUR ERLÖSUNG, 
Stammbach 1996
(Systematische Übersicht über die gesamte Lehre des Buddha in Originaltexten)

Nyanatiloka:
BUDDHISTISCHES WÖRTERBUCH, 
Konstanz 1973

Rinpoche, Akong:
DEN TIGER ZÄHMEN - 
ANLEITUNG  ZUR  SELBSTHEILIGUNG AUS DER WEISHEIT TIBETS,
München 1993
(Über die Grundprinzipien der buddhistischen Lehre mit Übungen zur täglichen Praxis)

Schmidt, Kurt (Übers.):
BUDDHAS REDEN,
Berlin 1978
(Die wichtigsten überlieferten Lehrreden aus der Mittleren Sammlung)

Schumann, H.W.:
BUDDHISMUS. 
STIFTER, SCHULEN UND SYSTEME,
München 1994
(Entwicklung des Buddhismus von den Anfängen bis heute, ein Leitfaden durch die komplexe Welt des Buddhismus)

Thich Nhat Hanh:
DAS WUNDER DER ACHTSAMKEIT,
München 1993
(Einführung in die Meditation mit Übungsbeispielen durch den vietnamesischen Zen-Meister)

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letzte Aktualisierung: 02. Dezember 2006

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Ansprechpartner: Dipl.-Theol. Ewald Wirth M.A.