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Buddhistischer Bund Hannover
e.V.
ROTHER BAUMERT
DATEN
DER GESCHICHTE DES BUDDHISTISCHEN BUNDES HANNOVER E.V.
Nach gelegentlichen Zusammenkünften
von Interessenten an der Lehre des Buddha zu Vorträgen seit Anfang
der 50er Jahre wurde mit der Gründung des Buddhistischen Arbeitskreises
Hannover am 19.10.1963 von Klaus Kasten die erste organisierte buddhistische
Gemeinschaft Hannovers ins Leben gerufen. Bald darauf schloß sie
sich der Deutschen Buddhistischen Union (Gründung 1955, Vorgängerorganisationen
bestanden seit Ende des 19. Jahrhunderts) an. Zunächst konnten weiterhin
nur regelmäßig monatliche Begegnungen in angemieteten Schulräumen
abgehalten werden, bis 1967 das "Gartenhaus" auf dem Privatgrundstück
des damaligen Vorsitzenden (Karl Stort) dem Verein zur Verfügung gestellt
wurde. Daraufhin entwickelte sich die Gemeinschaft kontinuierlich mit festem
Veranstaltungs-Programm und weltweiten Außenkontakten. Dies führte
schließlich am 10.08.1979 zur Gründung des eingetragenen und
als gemeinnützig anerkannten Vereins "Buddhistischer Bund Hannover
e.V., der sich traditionsübergreifend als Forum für alle buddhistischen
Schulen versteht.
Im Jahre 1988 wurde das Buddhistische
Zentrum in der Drostestraße 8 auf Initiative des derzeitigen Vorsitzenden
(Rother Baumert) ausgebaut und bezogen. Im Februar 1994 hat sich
das buddhistische Landzentrum "Mang Bo" in Uetze, Spreewaldseen, dem Bunddhistischen
Bund Hannover angeschlossen.
Seit 1969 erscheint die
Zeitschrift "Der Mittlere Weg - majjhima patipada" (z.Z. dreimal
jährlich).
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STELLUNGNAHME
ZUM INTERRELIGIÖSEN DIALOG, FRIEDENSVERSTÄNDNIS
Angesichts umfassender Verflochtenheit
allen Daseins (dynamische oder fließende Verbundenheit) ist
grundlegendes Verstehen - ohne zu bewerten - gerade unter den Religionen
zum friedlichen Miteinander und Gedeihen unerläßlich. Hierzu
sind Kenntnisse über jede Religion und Kultur zu fördern, um
damit vorrangig Gemeinsamkeiten zu erkennen und zu unterstützen (positive
Toleranz), ohne bestehende Unterschiede zu verkennen. So wird es leichter,
im Geiste fruchtbarer Zusammenarbeit. Frieden konkret zu entwickeln, zu
praktizieren und weiter zu vertiefen.
Nach der Lehre Buddhas ist
es wichtig, daß jeder Mensch seinen spezifischen/wesensgemäßen
Weg (auch als Glaube) sucht und findet, selbstverantwortlich praktiziert
und ständig achtsam überprüft, ohne dabei andere Menschen
missionieren zu wollen. Menschen können sich letztlich nach Einsicht
in ihre Individualität (Entwicklungsprozeß, Prägungen)
nur selbst von der Eignung eines ("ihres") Weges überzeugen, wobei
es gleichwohl sinnvoll und ratsam ist, Erfahrungsaustausch, Mitgefühl
und Offenheit zu allen Mitmenschen zu pflegen. Angesichts mannigfaltiger
menschlicher Verschiedenartigkeit (bei völliger Gleichwertigkeit)
muß es auch verschiedene Wege geben. Diese Wege sind aber nichtsdestoweniger
alle miteinander verflochten und aufeinander angewiesen. Daher sollte man
sich untereinander schon zur Gewinnung eigenen (inneren) Friedens und dessen
Wachstum aufgeschlossen und liebevoll begegnen.
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RELIGIÖSES
LEBEN
Markante Ereignisse des religiösen
Lebens im Buddhismus sind eher unscheinbar; denn es gilt für jeden
einzelnen, in eigener Verantwortung und in stetem Bemühen jeden
Augenblick in Achtsamkeit (Wachheit, vollem Bewußtsein) mitfühlend
die selbst geprüften und eingesehenen Lebensregeln (Denk-, Gefühls-
und Verhaltensweisen) der Lehre im Wechsel von Höhen und Tiefen des
Alltags praktisch anzuwenden. Hier beweist sich, wie dieser Weg zur Vertiefung
und Vervollkommnung vom inneren Erleben in (karmisch wirksame) Lebensgestaltung
umgesetzt werden kann.
In den verschiedenen buddhistischen
Traditionen gibt es dafür auch besondere Gedenktage und markante Übungsanlässe.
Für alle Traditionen gemeinsam ist das Vesakhfest - in Gedenken an
Buddhas Geburt, Erleuchtung und endgültigem Eintritt in die Erlösung
= Nirvana - zu nennen, das überwiegend am jeweils 1. Vollmondtag des
Monats Mai - bzw. im hiesigen Kulturkreis dem darauf folgenden Sonntag
- gefeiert wird. Hierzu werden feierliche Veranstaltungen in den buddhistischen
Zentren angeboten. Gern wird auch untereinander an weiteren Feierlichkeiten
der buddhistischen Traditionen teilgenommen.
Darüber hinaus sind
vor allem Übungskurse ("Retreats", Wochen- oder Tagesseminare) über
das ganze Jahr verteilt in den Programmen der Gemeinschaften als Angebote
für vielfältige Schwerpunkte der Lehre herausgehobene Ereignisse.
Dazu findet regelmäßiger Informationsaustausch statt.
Insofern bietet der Alltag
die entscheidenden Ereignisse, die zum Übungsfeld werden, auf dem
sich das selbstgeschaffene Karma bildet. Solches kann - möglichst
in Gelassenheit - zunächst nur ertragen werden, um es mit daraus gewonnenen
Erfahrungen ständig neu zu gestalten - das Hier und Jetzt (=
fließende Gegenwart) ist damit Focus des (religiösen) Lebens,
das insbesondere durch Meditationsübungen immer bewußter zu
machen (gleichsam zu "feiern") ist; denn jeder Moment ist einmalig.
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RELIGIÖSE
ERZIEHUNG
Schulung in der Lehre des
Buddha, die sich nicht auf Glauben, sondern Einsicht und Erkenntnis (Selbstverantwortung)
stützt, setzt vor allem vorbildhafte eigene Praxis und Bemühungen
in Gedanken, Worten und im Verhalten voraus. Je ehrlicher und ernsthafter
dies geschieht, wird es seine erzieherische Wirkung nicht verfehlen, ohne
sie unbedingt zu beabsichtigen; denn solche Absicht (als Hintergedanke)
lenkt bereits vom vorrangigen eigenen Bemühen ab. Eine derartige "Erziehungs"-Haltung
schließt durchaus Anregungen und Anleitungen zum Studium der Lehre
und zu gemeinsamen Übungen ein (insbesondere Meditation). Dabei gilt
die Maxime, stets die Befähigung zur selbständigen Verantwortung
aller Mitübenden zu erweitern, also letztlich Hinführung zur
Selbsterziehung.
Grundlegend soll hier die
Einsicht gefördert werden, daß ein Bewußtsein statischen
Daseins (z.B. Dualismus) unweigerlich in Illusion, Täuschung und gegenseitiger
Bekämpfung mündet - obwohl auch solches Denken, Fühlen usw.
ebenso dynamisch abläuft, d.h. gleichwohl der Vergänglichkeit
und dem Wandel unterworfen ist. Indem wir folglich zuallererst schon ein
- wie auch immer gedachtes oder empfundenes - statisches (unveränderliches)
"Ich" als Illusion durchschauen, wird man sich darüber zunehmend
bewußt und gibt sie gern auf, befreit sich von ihrer "beengenden
Fessel".
Wir erkennen und erfahren
unsere fließende Einheit (Vernetzung) mit allem "anderen", dessen
Schaden und Wohl untrennbar mit uns verbunden ist.
Buddhas Wegweisung:
...
bei weitem heilsamer ist
es,
wenn man zuversichtlichen
Herzens
die Tugendregeln auf sich
nimmt,
die Vermeidung von Töten,
Stehlen,
geschlechtlicher Ausschweifung,
von Lügen und Rauschmitteln;
bei weitem heilsamer aber
ist es,
wenn man selbst
nur soviel wie einen flüchtigen
Duft
liebevoller Gesinnung erweckt;
doch bei weitem heilsamer
als all dies ist es,
wenn man die B e t
r a c h t u n g
der V e r g ä
n g 1 i c h k e i t übt.
und wäre es nur für
einen Augenblick.
Der Erwachte
Hierzu dienen vor allem regelmäßige
tägliche Meditationsübungen in achtsamer Stille.
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DER
BUND
Der Verein hat ca. 50 Mitglieder,
darüber hinaus besteht ein Freundes- und Interessenten-Kreis von ca.
500 Personen. Jedem Mitglied ist es freigestellt, sich als "Buddhist" zu
bekennen; denn auch hier geht es nicht um einen "Status", sondern um den
praktisch gelebten Weg in Selbstverantwortung.
Wöchentlich regelmäßige
Meditationsveranstaltungen, derzeit überwiegend in den Traditionen
des "Soto-Zen" und "Theravada", auch in Verbindung mit "Hatha-Yoga" und
buddhistischen Textdarlegungen mit Aussprache, finden im buddhistischen
Zentrum statt; außerdem eine monatliche buddhistische Andacht (Puja
- zeremonielle Vertiefung buddhistischer Lehrinhalte).
Darüber hinaus werden
Meditations-Wochenendseminare in allen buddhistischen Traditionen angeboten.
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KONTAKTADRESSEN
Internet: www.buddha-hannover.de
eMail: info@buddha-hannover.de
Buddhistischer Bund Hannover
e.V.
Drostestraße 8
30161 Hannover
Tel.: ( 0511) 394
17 56
Fax.: ( 0511) 394 17 56
Vorsitzender:
Frank Axel Rodeck
Tel. (0511) 67 37 48
Schriftführer:
Michael Schmidt
Tel. (05722) 8 17 25
Programm und interreligiöser
Dialog:
Rother Baumert
Tel. (0511) 40 66 88
Yoga und Meditation:
Uwe Kickstein
Tel. (0511) 131 62 24
Bücherei, Literatur:
Dr. Robert Kringel
Tel. 0170 733 25 64
Tibetischer Buddhismus:
Bernd Weber
Tel. (0511) 47 14 09
Dachverband:
Deutsche Buddhistische Union
Amalienstraße 71,
80799 München
Tel.: ( 089) 28 01
04
Fax.: ( 089) 28 10 53
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LITERATUR
Buddha, Gautama:
DIE VIER EDLEN WAHRHEITEN.
TEXTE DES URSPRÜNGLICHEN
BUDDHISMUS,
hrsg. u. übertr. v.
Klaus Myllus,
München 1985
Kantowsky, D.:
BUDDHISMUS,
Braunschweig 1993
(Kurz und dennoch umfassend
werden Entwicklung der Lehre und gegenwärtige Strömungen aufgezeigt.)
Khema, Ayya:
BUDDHA OHNE GEHEIMNIS.
DIE LEHRE FÜR DEN ALLTAG,
Zürich 1992
(Die Theravada-Lehrerin
legt auf klare, einfache Weise die Lehren des Buddha für den westlichen
Menschen dar.)
Khema, Ayya:
MEDITATION OHNE GEHEIMNIS
München 1988
(Über die Notwendigkeit,
den Nutzen und die Praxis der Meditation)
Kornfield, J./ Breiter, P.
(Hrsg.):
EIN STILLER WALDTEICH.
DIE ERKENNTNISMEDITATION
VON AJAHN CHAH,
Berlin 1996
(Der thailändische
Meditationslehrer spricht in einfachen Worten über die grundlegenden
menschlichen Probleme und das Herz buddhistischer Meditation)
Nyanatiloka:
DER WEG ZUR ERLÖSUNG,
Stammbach 1996
(Systematische Übersicht
über die gesamte Lehre des Buddha in Originaltexten)
Nyanatiloka:
BUDDHISTISCHES WÖRTERBUCH,
Konstanz 1973
Rinpoche, Akong:
DEN TIGER ZÄHMEN -
ANLEITUNG ZUR
SELBSTHEILIGUNG AUS DER WEISHEIT TIBETS,
München 1993
(Über die Grundprinzipien
der buddhistischen Lehre mit Übungen zur täglichen Praxis)
Schmidt, Kurt (Übers.):
BUDDHAS REDEN,
Berlin 1978
(Die wichtigsten überlieferten
Lehrreden aus der Mittleren Sammlung)
Schumann, H.W.:
BUDDHISMUS.
STIFTER, SCHULEN UND SYSTEME,
München 1994
(Entwicklung des Buddhismus
von den Anfängen bis heute, ein Leitfaden durch die komplexe Welt
des Buddhismus)
Thich Nhat Hanh:
DAS WUNDER DER ACHTSAMKEIT,
München 1993
(Einführung in die
Meditation mit Übungsbeispielen durch den vietnamesischen Zen-Meister)
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